Besucher sitzen in der Sonne vor einem Vapiano-Restaurant in Münster

Vapiano-Warnung schmeckt Anlegern nicht Hitze-Sommer bremst Appetit auf Pasta und Pizza

Stand: 05.09.2018, 10:07 Uhr

Die Restaurant-Kette Vapiano sieht sich als Leidtragender des heißen Sommers und senkt seine Jahresprognose. Wegen der hohen Temperaturen kamen weniger Menschen in die Innenstädte, um Pizza und Pasta zu essen.

Während Eiscafés einen Ansturm verzeichneten, blieben in den Restaurantketten in den Fußgängerzonen in den Cities die Tische leer. Laut Vapiano führte das "außergewöhnlich langanhaltende Hochsommerwetter zu Frequenzrückgängen in den europäischen Innenstädten". Selbst die lauen Sommerabende konnten offenbar das schwache Geschäft am Mittag und Nachmittag nicht kompensieren. Auch sommergerechte Angebote wie "Zoodles" (Nudeln aus Zucchini) halfen nicht.

Jahresprognose gesenkt

Die Fast-Casual-Restaurantkette, die Pizza, Pasta und andere italienische Speisen anbietet, servierte deshalb am Dienstagabend eine satte Gewinnwarnung. Anstatt 390 bis 420 Millionen Euro soll der Umsatz in diesem Jahr nun nur noch auf 385 bis 400 Millionen Euro wachsen. Das bereinigte Ebitda soll bei 42 bis 47 Millionen Euro liegen. Bisher waren 48 bis 54 Millionen Euro angepeilt gewesen.

Neben dem Hitze-Sommer belastete auch das anhaltend schwache Schweden-Geschäft die Entwicklung von Vapiano. Das Management hat dort bereits personelle und operative Anpassungen vorgenommen. Diese sollen sich spätestens im ersten Quartal 2019 auszahlen.

Aktien auf Rekordtief

Die Gewinnwarnung von Vapiano liegt den Anlegern schwer auf dem Magen. Die Aktien des Börsen-Neulings brechen am Mittwoch um 16 Prozent ein und markieren mit 14,90 Euro den tiefsten Stand seit dem IPO Ende Juni 2017. Die im Prime Standard notierten Titel waren zu 23 Euro an die Börse gekommen.

Die genauen Halbjahreszahlen werden in einer Woche am 12. September veröffentlicht. Seit 2017 schreibt Vapiano rote Zahlen. Spätestens 2020 will die Fast-Casual-Restaurantkette Gewinne machen.

Italo-Küche im Trend

Vapiano-Koch in Bonn bei Essenszubereitung

Vapiano-Koch in Bonn. | Bildquelle: imago

Die Vapiano-Manager sehen sich mit ihrem Italo- und Fast-Casual-Konzept zwischen Schnell- und klassischem Restaurant im Trend. "Weltweit wächst der Markt für italienische Küche um neun Prozent", behauptet Vapiano-Chef Jochen Halfmann. Der Markt für Burger lege hingegen nur um drei Prozent zu. Die 2002 gegründete Vapiano ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. In 33 Ländern betreibt sie 206 Restaurants - von China bis in die USA. Wichtigster Markt bleibt Deutschland, wo gut die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet wird.

nb