Vapiano-Koch in Bonn bei Essenszubereitung
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Wachstum - mit Verlusten Vapiano hat noch Appetit

Stand: 23.05.2018, 09:31 Uhr

Im hart umkämpften Markt für Systemgastronomie ist die Restaurantkette mit ihrem "Fresh-Casual-Dining"-Konzept weiter im Wachstumsmodus. Auch im ersten Quartal wuchsen die Erlöse deutlich - allerdings bei roten Zahlen

Auf Gewinne unter dem Strich müssen Anleger noch warten. Im ersten Quartal lag das Nettominus mit 4,1 Millionen Euro aber deutlich weniger tief in der Verlustzone als noch vor einem Jahr (minus 7,0 Millionen Euro). Planmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 10,3 Millionen Euro führten laut Vapiano dazu. Die internationale Expansion beschert also zunächst weiterhin hohe Kosten.

Auf der Erlösseite und im operativen Geschäft munden die Quartalszahlen des Spezialisten für italienischen Lifestyle in Sachen "Fast Casual" und "Casual Dining" weiterhin, vielleicht auch zunehmend den Aktionären. Der Konzernumsatz kletterte um 14,5 Prozent auf 86,3 Millionen Euro im Quartal. Vapiano verfügt inzwischen über 206 Restaurants in 33 Ländern und auf fünf Kontinenten. Erst seit Juni 2017 ist das Unternehmen auch im Prime Standard der Deutschen Börse notiert.

Stark in Europa, noch schwach in Übersee

Acht neu eröffnete Restaurants im laufenden Jahr trugen dabei zum Erlöswachstum bei. "Like-for-like", also auf vergleichbarer Fläche, legten die Erlöse um schmale 0,1 Prozent zu. Regional läuft es derzeit unterschiedlich gut für Vapiano. Dank einiger Neueröffnungen wuchs das Geschäft in Deutschland um knapp acht Prozent, im "Rest of Europe" sogar um 27 Prozent. Noch eher schwach vertreten ist man in den USA und China, wo wegen Umbaumaßnahmen beim chinesischen "Piloten" die gemeinsamen Erlöse leicht auf 3,8 Millionen zurückgingen. Die Umsatzprognose von 390 bis 420 Millionen Euro im Gesamtjahr steht jedenfalls. 2017 hatten die Erlöse 325 Millionen Euro betragen. Sieben weitere Restaurants will man allein im ersten Halbjahr eröffnen.

Beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) liegen die Wachstumsraten bei Vapiano weiterhin etwa doppelt so hoch wie beim Umsatz. Im ersten Quartal legte die Ergebnisgröße um 32,2 Prozent auf 9,3 Millionen Euro zu. Laut Vapiano hatte die "Digitalisierungsstrategie" dabei einen wichtigen Anteil. Bei Vapiano können Pizza und Pasta per App bestellt und bezahlt werden, viele der Restaurants bieten Take-away und Lieferdienste an.

Aktie mundet noch nicht recht

Die Aktie der Restaurantkette hat sich seit dem Börsengang für fast einem Jahr nicht ganz so üppig entwickelt wie das Unternehmen selbst. Zu 23 Euro war der Titel im Juni 2017 an die Börse gekommen, nach einem Ausflug unter die Marke von 20 Euro notiert das Papier nun wieder leicht über dem Ausgabepreis: Am Mittwochmorgen ist Vapiano an der Börse 23,50 Euro wert.

AB