Dunkle Wolken über der Valeant-Zentrale in Montreal

Ein Schlag von Bill Ackman Valeant-Aktie, einfach fallengelassen!

Stand: 14.03.2017, 14:51 Uhr

Wenn Star-Investoren eine Aktie fallen lassen, folgen tausende andere Anleger. So geschehen bei Valeant: Der prominente Finanzinvestor Bill Ackman ist bei der Pharmafirma Valeant wieder ausgestiegen. Prompt stürzt der Aktienkurs ab.

Die Aktien von Valeant brechen am Dienstag schon vor Eröffnung der Wall Street um gut 12 Prozent ein. Sie hatten gestern bei 12,11 Dollar geschlossen. Doch dann wurde bekannt, dass sich mit Hedgefonds-Manager William Ackman einer der größten Anteileigner aus dem kanadischen Unternehmen zurückgezogen hat. Nach monatelangem Ringen um eine Trendwende beim skandalgeschüttelten Pharmakonzern Valeant trennte sich der für sein aggressives Geschäftsgebaren bekannte Investor sowie seine Firma Pershing Square Capital Management überraschend von sämtlichen Beteiligungen.

Das war ein stattliches Aktienpaket: Pershing Square Capital Management verkaufte 18,1 Millionen Valeant-Aktien, Ackman selbst weitere 8,8 Millionen. Insgesamt entspricht das einem Anteil von fast acht Prozent an dem Pharma-Unternehmen.

Der 3-Milliarden-Dollar-Verlust

Ackman beendet das Valeant-Abenteuer mit einem Verlust von über drei Milliarden Dollar. Er und sein Hedgefonds waren 2015 zu einem Kurs von knapp 190 Dollar je Aktie eingestiegen. Seit dem Rekordhoch von 263,81 US-Dollar im August 2015 hat das Unternehmen im Zuge von Streitigkeiten mit Aufsichtsbehörden rund 95 Prozent an Wert eingebüßt.

Valeant kämpft mit Schulden sowie Imageproblemen nach umstrittenen Preisanhebungen für Medikamente und hat zudem Bilanz-Ermittlungen am Hals. Ackmans hatte das Unternehmen anderthalb Jahre vor sich hergetrieben hatte. Er sicherte sich zunächst einen Sitz im Direktorium, wechselte dann das Führungspersonal inklusive Konzernchef aus und ließ einzelne Firmenanteile veräußern. Doch sein größtes Vorhaben, der Verkauf der Darmmedikamentensparte Salix an ein japanisches Unternehmen, scheiterte. Der Valeant-Kurs brach immer weiter an und kratzten an Ackmans Investoren-Image. Anleger, die ihr Geld Ackmans Hedgefonds anvertraut haben, verloren langsam die Geduld. Nur folgerichtig, dass Achman nun die Reißleine zog und dem Schrecken ein Ende bereitete. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung will der streibare Investor auch den Verwaltungsrat verlassen.

bs

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