SUVs beim Autohändler

Interesse kehrt zurück US-Autoabsatz mit Corona-Delle

Stand: 02.07.2020, 07:05 Uhr

Die Corona-Pandemie hat den US-Automarkt im zweiten Quartal kräftig schrumpfen lassen. Bei den deutschen Vertretern der Branche traf es BMW besonders hart. Aber es gibt auch Hoffnungszeichen.

Bei GM und Toyota sank der Absatz im zweiten Quartal um 34 Prozent. BMW meldet einen Rückgang von 39 Prozent auf etwas unter 51.000. Seit Jahresbeginn sanken die Verkäufe um rund 28 Prozent. Bei der Tochter Mini sah es noch schlechter aus, hier gab es im Quartal einen Rückgang um 42 Prozent und im bisherigen Jahresverlauf um 39 Prozent.

Bei VW gab der Absatz im zweiten Quartal um 29 Prozent auf knapp 70.000 Fahrzeuge nach. Porsche kommt mit minus 20 Prozent glimpflicher davon.

GM verkaufte rund Mit rund 493.000 Fahrzeuge und teilte mit, dass sich Rückgang aber zum Ende des zweiten Quartals verlangsamt habe. Während Privatkunden inzwischen sogar überraschend schnell wieder neue Autos kaufen wollen, seien Fahrzeuge für Mietwagenfirmen sowie Dienstwagen für Unternehmen und Behörden kaum loszuschlagen.

Interesse wächst wieder

Toyota schlug knapp 400.000 Fahrzeuge los. Der US-italienische Rivale Fiat Chrysler musste zwar im zweiten Vierteljahr sogar ein Minus von fast 39 Prozent auf rund 367.000 Fahrzeuge hinnehmen, sieht aber seit April ein wieder wachsendes Interesse der US-Kunden am Autokauf. Dies werde befeuert durch stabile Treibstoff-Preise und günstige Verbraucherkredite, so Fiat Chrysler.

Das mangelnde Interesse an Miet- und Dienstwagen bekam vor allem Hyundai besonders stark im Juni zu spüren. Im letzten Quartalsmonat sank der US-Absatz des südkoreanischen Autobauers um 22 Prozent. Doch während das Kundengeschäft um sechs Prozent wuchs, drückte ein Minus beim Verkauf von Fahrzeugflotten von 93 Prozent die Gesamtzahl nach unten. Für das ganze zweite Quartal ergibt sich mit etwa 142.000 Fahrzeugen ein Minus von knapp 24 Prozent

Risiko von Rückschlägen bleibt

Trotz der starken Einbußen blieb der zwischenzeitlich von Analysten befürchtete Kollaps des US-Automarktes aus. Die Hersteller halfen mit starken Rabatten nach, zudem sorgten die US-Konjunkturhilfen dafür, dass die Nachfrage nicht komplett zusammenbrach. Eigentlich herrschte zuletzt Optimismus für eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Doch das dürfte weiterhin stark von der Corona-Pandemie abhängen.

Angesichts steigender Covid-19-Fälle in einigen US-Bundesstaaten gebe es weiterhin das Risiko von Rückschlägen, warnte Expertin Stephanie Brinley vom Marktforscher IHS Markit. "Unter den derzeitigen Umständen wäre es unmöglich, wenn die Autoverkäufe nicht drastisch von dieser Situation betroffen wären." Die Quartalszahlen einiger Hersteller fehlen noch. Ford etwa will seine Ergebnisse erst am Donnerstag vorlegen, Daimlers Mercedes-Benz USA noch später.

ts/dpa-AFX/rtr