Donald Trump verkündet US-Steuerreform

Investitionen und Bonuszahlungen US-Unternehmen feiern Trump

Stand: 21.12.2017, 09:10 Uhr

Kaum hat die US-Steuerreform die beiden Kammern des US-Kongresses passiert, reagieren US-Unternehmen schon mit Investitionszusagen. Zwei Konzerne aus dem Telekom-Sektor preschten noch am Mittwochabend vor.

Zwischen AT&T und der Trump-Administration stand es zuletzt nicht zum Besten. Das US-Justizministerium will die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch AT&T verhindern. Zu Time Warner wiederum gehört der Nachrichtensender CNN, der sich wiederholt kritisch mit dem neuen US-Präsidenten auseinandergesetzt hat.

AT&T bereitet "Weihnachtsgeld" vor

Vielleicht ist die Reaktion des AT&T-Managements deshalb auch als Manöver zu verstehen, um die Kartellbehörden in der Übernahmeschlacht etwas milder zu stimmen. AT&T-Chef Randall Stephenson jedenfalls begrüßte die US-Steuerreform noch am Mittwochabend ausdrücklich. Sein Unternehmen werde zusätzlich eine Milliarde Dollar in den USA investieren. Und mehr als 200.000 Mitarbeiter sollen einen Bonus von je 1.000 Dollar erhalten. Sollte der Präsident das Gesetz noch vor Weihnachten unterzeichnen, würden die Sonderzahlungen noch während der Feiertage fließen, so Stephenson. Die Reform, so der Manager bringe US-Unternehmen mit ihrer Steuerlast auf Augenhöhe mit dem Rest der industrialisierten Welt.

Kernpunkt der US-Steuerreform ist eine massive Senkung der Unternehmensteuern von derzeit 35 auf 21 Prozent. Mit dieser Senkung ab Januar 2018 liegt die größte Volkswirtschaft der Welt knapp unterhalb des Durchschnitts der meisten Wettbewerber (23 Prozent). Innerhalb der EU gibt es Länder, die ihren Unternehmen noch geringere Steuern ermöglichen - darunter Großbritannien und Irland. Die USA lägen nur knapp unter dem EU-Durchschnitt von etwas mehr als 22 Prozent.

Comcast macht Bonus flott

Nicht nur AT&T, auch der Kabelnetzbetreiber Comcast hat noch am Vorabend auf die Verabschiedung der Steuerreform reagiert. Man werde rund 1.000 Mitarbeitern einen Bonus von 1.000 Dollar zahlen, so das Unternehmen. Und auch Comcast will in den kommenden fünf Jahren in großem Stil investieren. Das Kabel-Unternehmen ist ebenfalls am Wohlwollen der US-Regierung interessiert und plant seit langem eine Übernahme im Mediensektor. Beim Bietergefecht um 21Century Fox hatte man allerdings den Kürzeren gezogen - das Unternehmen war vor wenigen Tagen vom Konkurrenten Disney für 52 Milliarden Dollar geschluckt worden.

Für deutsche Unternehmen ist die Steuersenkung in den USA zunächst potenziell ein Wettbewerbsnachteil. Sie konkurrieren auf dem US-Markt bald mit Firmen, deren Produkte weniger stark durch Steuern belastet und damit unter Umständen kostengünstiger hergestellt werden können. Nur deutsche Konzerne, die Teile ihrer Produktion selbst in den USA haben, kommen künftig ebenfalls in den Genuss der niedrigeren Steuern im Land.

AB