Trump unterzeichet Erlass US-Reform treibt FMC

Stand: 11.07.2019, 15:21 Uhr

In einem dürftigen Gesamtmarkt sticht die Aktie von Fresenius Medical Care am Donnerstag positiv hervor. US-Präsident Trump hat einen Erlass zur Behandlung von Nierenleiden unterzeichnet. Aber warum soll das für FMC gut sein?

Am frühen Nachmittag führt die FMC-Aktie gefolgt von der des Mutterkonzerns Fresenius die Gewinnerliste im Dax an.

US-Präsident Trump hat gestern einen Erlass unterzeichnet, der unter anderem die Verlagerung von Dialyse-Behandlungen von kostspieligen Kliniken in die Wohnungen der Patienten beinhaltet. Außerdem soll die Zahl der Transplantationen deutlich erhöht und die Abrechnung mit den Krankenversicherungen reformiert werden.

Aber warum profitiert der Dax-Titel von den Plänen? Immerhin ist FMC neben dem heimischen Wettbewerber DaVita einer der Marktführer auf dem US-Dialysemarkt und betreibt dort selbst über 3.900 Dialysezentren. Im Frühjahr war die FMC-Aktie noch deutlich unter Druck geraten, als erste Details der Pläne bekannt wurden.

FMC sieht sich gewappnet

Das Unternehmen selbst teilte mit, es sehe in den Plänen der US-Regierung eine Bestätigung seiner Strategie: FMC arbeite bereits seit geraumer Zeit an verschiedenen Initiativen zur Förderung der Heimdialyse, zur Verbesserung des Zugangs zu Transplantationen sowie neuen Versorgungsmodellen bei chronisch Nierenkranken. Zum Ausbau des Geschäfts mit der Blutwäsche in den eigenen vier Wänden hatte der Konzern erst im Februar die US-Firma NxStage für rund zwei Milliarden Dollar übernommen. Das Unternehmen hat also proaktiv auf die zu erwartende Marktveränderung reagiert.

Analyst Tom Jones von der Berenberg Bank geht daher davon aus, dass FMC letzten Endes von den Plänen profitieren dürfte. Bislang fehlten zwar Details, aber Modellrechnungen zufolge könnte FMC künftig mehrere Tausend Dollar pro Jahr und Patient einsparen, so Jones. Sein Anlageurteil beließ der Analyst bei "Buy" mit einem Kursziel von 89,95 Euro.

Ein Konzernsprecher betonte, dass die Pläne aktuell keine Änderungen an den Vergütungen für die klassische Dialyse vorsehen, sondern stattdessen neue Vergütungsmodelle für die Heimdialyse ins Spiel gebracht würden. Dies komme FMC entgegen. Für eine Einschätzung, welche Einfluss die Pläne auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens haben könnten, sei es indes noch zu früh.

rtr/AFX/la