T-Mobile und Sprint-Logos in New York

Aktien legen zu US-Justizministerium vor Zustimmung zur T-Mobile-Sprint-Fusion

Stand: 16.06.2019, 15:35 Uhr

Kommt sie nun doch, die Fusion der US-Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint? Das amerikanische Justizministerium jedenfalls scheint dem Deal mittlerweile gewogener zu sein.

In den USA zeichnet sich der "New York Times" zufolge die Zustimmung des Justizministeriums zur geplanten Milliardenfusion von T-Mobile US und Sprint ab. Allerdings müssten die Nummer drei und Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt dafür mehrere Unternehmensteile verkaufen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

Voraussetzung der Behörde für den Deal sei, dass wesentliche Geschäftsteile und Funkfrequenzen abgegeben werden, um einen vierten Wettbewerber im hart umkämpften und von wenigen Anbietern dominierten US-Mobilfunkmarkt zu schaffen. Dabei soll es etwa um die Prepaid-Marke Boost Mobile von Sprint gehen. Als Käufer kämen die Kabelanbieter Dish Network, Charter und Altice in Frage, hieß es.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur "Reuters", die Justizbehörde könne in der kommenden Woche über das Fusionsvorhaben entscheiden. Sicher sei das aber nicht.

Immer noch Hindernisse


Die Telekom-Tochter und Sprint haben für ihren Fusionsplan mit einem Volumen von 26 Milliarden Dollar die Unterstützung der Branchenaufsicht FCC signalisiert bekommen. Das Justizministerium hat jedoch bisher noch kein grünes Licht gegeben. Neun Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington D.C. haben zudem zuletzt gegen die Pläne geklagt. In trockenen Tüchern ist der Deal also noch nicht.

Mobilfunk-Marktführer in den USA sind Verizon und AT&T. Verizon-Aktien zogen gegen den Markt im Leitindex Dow Jones am Freitag 1,15 Prozent auf 58,28 Dollar an und gehörten damit zu den größten Gewinnern. AT&T-Papiere rückten knapp 0,2 Prozent vor auf 32,56 Dollar. Gemeinsam mit T-Mobile US und Sprint decken die vier Unternehmen 98 Prozent des Mobilfunkmarktes mit einem Umsatz von 160 Milliarden Dollar pro Jahr ab.

Kursreaktionen

Die T-Aktie bewegte sich am Freitag nach Börsenschluss im deutschen Späthandel kaum und schloss bei 15,36 Euro nach 15,39 Euro im Xetra-Handel. In den USA legten T-Mobile US 0,6 Prozent zu auf 74,90 Dollar. Damit ist die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um rund 25 Prozent gestiegen. Um knapp drei Prozent auf 7,01 Dollar legte an der NYSE das Sprint-Papier zu. Auch die Sprint-Aktie ist bisher im Zuge der Fusionsfantasie mit T-Mobile US im Jahresverlauf rund ein Viertel gestiegen.

rtr/dpa/rm