US-Berichtssaison 1. Quartal

Corona und die Folgen Wird die US-Berichtssaison die erwartete Katastrophe?

Stand: 14.04.2020, 11:51 Uhr

Die startende US-Berichtssaison wird endlich konkrete Hinweise darauf geben, wie sich die Coronakrise auf die Gewinne ausgewirkt hat. Vor allem die zweite Hälfte des Quartals stand bereits voll im Zeichen des Virus. Womit rechnen die Experten?

Zuletzt hatten sich die US-Indizes wieder weit von den in der Coronakrise erreichten Tiefständen entfernt. Billionenschwere Rettungspakete hoben Stimmung und Kurse, und lockten Schnäppchenjäger und optimistische Investoren zurück in den Aktienmarkt. Eine katastrophale "Earnings Season" könnte die Erholung an der Wall Street schnell wieder zunichtemachen.

Krise noch unterschätzt?

"Die jüngsten Kursgewinne sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage an den Aktienmärkten angespannt bleibt”, kommentiert Esty Dwek, Head of Global Market Strategy, bei Natixis Investment Managers. Die heute beginnende Berichtssaison sollte laut Dwek mit Vorsicht betrachtet werden. "Die Auswirkungen der Coronakrise dürften vielfach noch nicht vollständig berücksichtigt sein. Wir denken, dass die Märkte den Einfluss der Krise auf die Gewinnaussichten der Unternehmen noch unterschätzen."

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
3.642,09
Differenz relativ
+0,51%

Und wie lauten die Schätzungen? Nach Berechnungen des Datenanbieters Factsheet gehen Analysten im Schnitt von einem Gewinnrückgang um rund zehn Prozent aus. Das ist angesichts der Masse der Gewinnwarnungen in den letzten Wochen nicht überraschend. Schließlich sind ganze Branchen wie die Fluggesellschaften, Tourismus oder die Autoindustrie praktisch lahmgelegt.

"Alles andere als typisch"

Am härtesten getroffen sind vermutlich Unternehmen aus der Energiebranche. Bloomberg Intelligence geht von einem Rückgang des Gewinn je Aktie (EPS) von mehr als 50 Prozent aus. Natürlich spielt auch der Preiskampf auf dem Ölmarkt hierbei eine wichtige Rolle. Der Nichtbasis-Konsumgütersektor, der beispielsweise Luxusgüter, Reisen oder Autos umfasst, dürfte ebenfalls überproportional getroffen werden. Auf knapp 30 Prozent schätzen die Fachleute die Einbußen.

Basiskonsumgüter und der Sektor Informationstechnologie werden laut Bloomberg Intelligence immerhin wohl über ein leichtes Gewinnwachstum berichten.

Mann lehnt an einer Wand mit US-Flagge

Die US-Konjunktur ist hart getroffen. | Montage: boerse.ARD.de, colourbox

Fachleute weisen aber darauf hin, dass die Schätzungen mit Vorsicht zu genießen sind: Die Sichtweite sei extrem limitiert, schreibt ein Analyst der UBS. "Wir werden eine Berichtssaison haben, die alles andere als typisch ist", unterstreicht Jay Clayton, Chairman der SEC gegenüber dem US-Sender CNBC.  

ts

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US-Berichtssaison: Diese Titel sind einen Blick wert Endlich Zahlen

<strong>Amazon</strong><br/>Das Amazon wohl <a href="" externalId="bec44fe6-355c-402b-aa3b-01a226e6719f">zu den Gewinnern der Krise</a> gehören wird, hat sich herumgesprochen. Insgesamt will der Technologiekonzern und Onlinehändler 175.000 neue Leute einstellen. Und die Aktie hat bereits wieder das Niveau erreicht, auf dem sie vor der Coronakrise gehandelt wurde. Selbst ein Rekordhoch ist möglich. 2.186 Dollar ist der bisherige Höchstwert.<br/><br/>Mit viel Spannung warten die Investoren deshalb auf die Geschäftszahlen am 23. April. Werden die Hoffnungen erfüllt? Bestätigt sich die positive Meinung? : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate

Amazon
Das Amazon wohl zu den Gewinnern der Krise gehören wird, hat sich herumgesprochen. Insgesamt will der Technologiekonzern und Onlinehändler 175.000 neue Leute einstellen. Und die Aktie hat bereits wieder das Niveau erreicht, auf dem sie vor der Coronakrise gehandelt wurde. Selbst ein Rekordhoch ist möglich. 2.186 Dollar ist der bisherige Höchstwert.

Mit viel Spannung warten die Investoren deshalb auf die Geschäftszahlen am 23. April. Werden die Hoffnungen erfüllt? Bestätigt sich die positive Meinung?