US-Berichtssaison 3. Quartal

Ausblick US-Berichtssaison: Kurssturz voraus?

Stand: 14.10.2019, 13:51 Uhr

Morgen legen große US-Banken wie JPMorgan Zahlen vor, es ist der inoffizielle Start der US-Berichtssaison zum dritten Quartal. Experten glauben, sie falle düster aus wie schon lange nicht mehr. Hinterlassen schwächelnde Konjunktur und Handelsstreit tiefe Spuren?

Die Fachleute prognostizieren für die nun beginnende US-Berichtssaison sinkende Unternehmensgewinne und die schwächsten Quartalsberichte seit 2016. Um mehr als vier Prozent verglichen mit dem Vorjahr sollen die Gewinne im S&P-500-Index im dritten Quartal von Juli bis September geschrumpft sein, wie der Datenanbieter FactSet ermittelt hat.   

Die Schätzungen wurden seit dem 30. Juni deutlich nach unten korrigiert: Am genannten Stichtag rechnete die Experten noch mit einem Gewinnrückgang um lediglich 0,6 Prozent. Alle elf Sektoren sind von der Revision betroffen. Vor allem für die Branchen Energy ( minus 31,8 Prozent), Basic Materials (minus 8,4 Prozent) und Information Technology (minus 10,2 Prozent) sind Analysten jetzt deutlich negativer gestimmt. Mehr über die Aussichten des Finanzsektors lesen Sie hier.

S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 6 Monate
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Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 6 Monate
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Düstere Konjunkturaussichten

Der Grund für die sich verfinsternden Aussichten liegt auf der Hand: Die globale Konjunktur scheint sich deutlich abzukühlen, auch in den USA deuteten zuletzt viele Indikatoren auf eine schwächere Wirtschaft hin. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erhöhte nach Ansicht vieler Experten die Gefahr einer globalen Rezession. Die US-Notenbank teilt die Konjunktur-Skepsis teilt, wie die jüngste Lockerung der Zinspolitik zeigt.

Dass sich besonders konjunktursensitive Sektoren Gedanken über die Gewinnentwicklung machen müssen, passt deshalb ins Bild. Neben der Konjunkturschwäche dürfte auch die anhaltende Dollarstärke  US-Unternehmen zu schaffen machen, die auf den internationalen Märkten besonders engagiert sind. Schließlich werden US-Produkte auf dem Weltmarkt teurer, wenn sie in Dollar bezahlt werden müssen.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Gewinnschätzungen werden oft übertroffen

Anleger sollten allerdings auch wissen, dass es vor dem Beginn einer Berichtssaison nicht ungewöhnlich ist, dass die Experten ihre optimistischen Ergebnisschätzungen nach unten korrigieren. Und die aktuellen Daten von FactSet zeigen auch, dass die Schätzungen in der Regel übertroffen werden. In den vergangenen fünf Jahren hätten die S&P-500-Unternehmen die Gewinnschätzungen im Schnitt um 4,9 Prozent übertroffen, teilt der Datenanbieter mit. Und das wird an den Börsen üblicherweise mit Kursgewinnen honoriert.

Das sieht auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater so: "Das US-Wachstum hat zuletzt an Schwung verloren. Da infolgedessen auch die Gewinnschätzungen deutlich nach unten revidiert worden sind, könnten in der Summe sogar leicht positive Überraschungen resultieren."

ts