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Gewinneinbruch bei GM, Umsatzrückgang bei FiatChrysler US-Autokonzerne im Rückwärtsgang

Stand: 26.04.2018, 15:27 Uhr

2017 verhagelte die US-Steuerreform die Bilanz von General Motors. Auch das neue Jahr hat schlecht begonnen. Produktionsausfälle und Sonderkosten drückten den Gewinn des größten US-Autobauers. Nicht ganz so schlimm traf es FiatChrysler.

Der italienisch-amerikanische Autobauer hat wegen negativer Wechselkurseffekte weniger Umsatz erwirtschaftet. Die Erlöse schrumpften im ersten Quartal um zwei Prozent auf 27 Milliarden Euro. Bereinigt wäre der Umsatz um neun Prozent gestiegen.

FiatChrysler wird profitabler

Beim Gewinn konnte FiatChrysler zulegen. Mit 1,61 Milliarden Euro verdiente der italienisch-amerikanische Konzern fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten sich allerdings mehr versprochen. Sie hatten mit 1,74 Milliarden Euro gerechnet. Unterm Strich blieb ein Überschuss von rund 1,02 Milliarden Euro. Der Konzern gilt als Profiteur der US-Steuerreform. Diese bringt FiatChrysler 164 Millionen Euro an Steuerersparnissen.

Sergio Marchionne, CEO, Fiat

Sergio Marchionne. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Spannender ist die Frage, was FiatChrysler in Zukunft noch abspalten wird. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Vorstandschef Sergio Marchionne die Abtrennung von Jeep bekannt gibt. Doch der stets im Pulli auftretende Italiener dämpfte die Erwartungen. "Wir haben nicht die Absicht, etwas abzuspalten", sagte er in Detroit. Auf dem Genfer Autosalon hielt er sich ebenfalls zurück und ging nachfragenden Journalisten aus dem Weg.

Magneti Marelli wird abgespalten

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren bereits den Traktorhersteller CNH Industrial und die Luxus-Sportwagenmarke Ferrari an die Börse gebracht. Marchionne bereitet zudem die Trennung vom konzerneigenen Zulieferer Magneti Marelli vor, bevor er sich selbst im nächsten Jahr von der Konzernspitze zurückziehen will. Magneti Marelli soll bis Ende 2018 oder Anfang 2019 an die Börse gebracht werden. Die Aktien sollen an der Mailänder Börse notiert werden.

Um Fiat ranken sich seit Jahren Spekulationen über mögliche Übernahmen oder Fusionen. Auch der chinesische Hersteller Guangzhou Automobile gehörte zeitweise zum Kreis möglicher Kandidaten. Das Unternehmen dementierte jedoch. Vor zwei Jahren hatte Marchionne vergeblich versucht, mit General Motors anzubandeln.

GM erleidet Gewinneinbruch

Dem Branchenführer der "Big Three" geht es inzwischen aber auch nicht mehr so gut. Eine Modellumstellung zehrte zum Jahresbeginn den Gewinn von General Motors auf. Er brach um rund 60 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar ein. Als zusätzliche Belastung erwies sich eine Abschreibung wegen der Schließung eines Werks in Südkorea, die mit fast einer Milliarde Dollar vor Steuern zu Buche schlug.

General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
30,91
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Auch sonst lief es nicht rund. Die Erlöse aus dem fortgeführten Geschäft sanken um drei Prozent auf 36,1 Milliarden Dollar. Wegen einer geplanten Erneuerung der Modellpalette hatte GM die Produktion in den USA gedrosselt. Der Konzern bereitet eine Pick-up-Truck-Offensive vor und muss deshalb die Fertigung umstellen.

Fokussierung auf SUVs und Pickups

Die US-Autobauer müssen sich zunehmend auf die veränderten Kaufgewohnheiten vor allem in Nordamerika einstellen. Gefragt sind nur noch SUVs und Pickups. Ford verkleinert deshalb seine Modellpalette und wirft Mittelklasse-Limousinen aus dem Programm. General Motors hatte Opel im Sommer nach 88 Jahren an PSA verkauft. Dies wurde für den Konzern teurer als erwartet.

Die Anleger hatten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Die Aktien von GM legen am frühen Nachmittag an der Frankfurter Börse rund zwei Prozent zu. Die Titel von FiatChrysler drehen ins Plus und notieren knapp zwei Prozent höher, nachdem sie zuvor um fast fünf Prozent abgerutscht waren.

nb