UPS-Mitarbeiter trägt einen Stapel Pakete

Neue E-Autos im Visier UPS überzeugt nur in Amerika

Stand: 30.01.2020, 14:54 Uhr

Das Weihnachtsgeschäft hat beim US-Logistiker UPS die Kassen klingeln lassen. Einziger Schönheitsfehler: Im vierten Quartal lief es nur in Amerika richtig rund.

Der US-Paketdienst und Deutsche-Post-Konkurrent UPS hat im vierten Quartal das operative Ergebnis auf 2,11 Dollar je Aktie oder 8,8 Prozent gesteigert. Das Nettoergebnis fiel wegen einer Pensionsrückstellung von 1,8 Milliarden Dollar (2,23 Dollar je Aktie), die im Quartal verbucht wurde, allerdings mit minus 106 Millionen Dollar oder minus 12 Cents je Aktie negativ aus (nach 1,84 Milliarden Dollar Gewinn im vierten Quartal 2018).

2020 erwartet UPS nun einen bereinigten Gewinn pro Aktie in der Spanne von 7,76 und 8,06 US-Dollar und damit weniger als von Analysten prognostiziert. Die Aktie gibt vorbörslich an der NYSE gut ein Prozent nach. Das Papier tendiert damit weiter seitwärts auf hohem Niveau zwischen 110 und 120 Dollar.

Rückenwind nur in Amerika

Im vierten Quartal lief es bei UPS besonders in Amerika gut. Getragen wurde das Geschäft vom florierenden Weihnachtsgeschäft, aber auch vom Großkunden Amazon. Weniger rund lief es dagegen im vierten Quartal außerhalb der USA.

Hier habe es bei Sendungen aus und nach Großbritannien sowie zwischen Asien und den USA Rückgänge gegeben. Großbritannien wird durch Unsicherheiten um den Brexit belastet, der Handel zwischen den USA und China leidet unter dem Handelskonflikt zwischen beiden Ländern.

Neu sind die Risiken wegen des in China aufgetretenen Coronavirus. Aus diesem Grund steht am Donnerstag auch die Aktie der Deutschen Post unter Druck.

10.000 E-Autos bestellt

Am Vorabend nach US-Börsenschluss wurde noch bekannt, dass UPS beim britischen Start-Up und E-Fahrzeugbauer Arrival einsteigt. Genauere Angaben zum Investitionsvolumen gab es nicht.

Arrival mit Sitz in London ist ein Start-up, das eine Produktionsplattform für kleinere und mittelgroße E-Lieferwagen aufbaut. Für UPS sollen 10.000 Fahrzeuge gebaut werden, auch ein Vorkaufsrecht für weitere Autos wurde vereinbart. "UPS arbeitet weiter daran, eine integrierte Flotte von elektrischen Fahrzeugen aufzubauen, kombiniert mit innovativer und großangelegter Ladetechnik", verkündete UPS-Manager Juan Perez.

Arrival will einen futuristisch aussehenden E-Lieferwagen mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern pro Batterieladung bauen. Aktuell sei die Produktion von bis zu 10.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant, schrieb die "Financial Times".

rm/dpa/rtr