Auf einem Schild mit United Internet-Schriftzug spiegelt sich die Unternehmenszentrale
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Anleger streichen Drillich aus den Depots United Internet: Anleger fürchten Dividendenschnitt

Stand: 28.03.2019, 14:30 Uhr

Der Telekommunikationsanbieter United Internet will die Dividende im Falle der Ersteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen drastisch streichen und rechnet zudem mit schwächerem Wachstum. Auch bei der Tochter 1&1 Drillisch würde die Ausschüttung dann gekappt. Die Drillisch-Aktie stürzt ab, United Internet fallen deutlich.

1&1 Drillisch: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
30,26
Differenz relativ
-1,30%

Sollte die Tochter 1&1 Drillisch, die derzeit um Frequenzen für den kommenden Mobilfunkstandard 5G mitbietet, auch tatsächlich Lizenzen erhalten, soll die Ausschüttung von United Internet von 80 Cent auf 5 Cent gekappt werden. Auch bei 1&1 Drillisch würde die Dividende in diesem Fall von 1,60 Euro auf 5 Cent gekürzt.

Mit der Ersteigerung von Frequenzen wäre mitunter der teure Aufbau eines eigenen Netzes verbunden, der viele Investitionsmittel benötigt. Bisher mietet United Internet im Mobilfunk lediglich Netzkapazitäten von Telefonica Deutschland und Vodafone, um damit eigene Tarife an Kunden zu verkaufen. "Es ist ein Unterschied, ob ich Mieter oder Eigentümer bin. Wenn wir Frequenzen erwerben und anschließend ein 5G-Netz bauen, werden wir auch Eigenmittel benötigen. Deswegen wollen wir das Geld im Haus behalten", sagte Firmengründer Firmenchef Ralph Dommermuth.

United Internet-Chef Ralph Dommermuth

United Internet-Chef Ralph Dommermuth . | Bildquelle: Imago

Lieber hohe Dividende oder Lizenz?

Sollte das Unternehmen allerdings keine Frequenzen ersteigern, dann soll die United-Internet-Dividende um 5 Cent auf 90 Cent steigen, bei 1&1 Drillisch um 20 Cent auf 1,80 Euro. "Nachdem das Geschäftsjahr 2017 ganz im Zeichen von Transaktionen wie dem Zusammenschluss mit Drillisch sowie der Übernahme von Strato stand, haben wir uns 2018 intensiv um die Integration der neuen Unternehmensteile gekümmert", sagte Konzernchef und Hauptaktionär Ralph Dommermuth.

Im laufenden Jahr will United Internet den Umsatz um vier Prozent steigern und das um die Effekte aus geänderten Bilanzierungsregeln bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um acht Prozent. Das ist jeweils weniger als im abgelaufenen Jahr und gefällt deshalb den Anlegern gar nicht. Der Ausblick liege unter den Erwartungen, urteilten die Analysten vom Bankhaus Lampe wie auch von Jefferies.

Drillisch-Aktie stürzt ab

Auf vergleichbarer Basis legte der Erlös um 10,1 Prozent zu, inklusive insbesondere der Drillisch-Übernahme um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Mit einem Zuwachs von 970.000 Verträgen konnte 1&1 Drillisch das gesetzte Ziel von zuletzt einer Million zusätzlichen Kundenanschlüssen nicht ganz erfüllen. Das operative Ergebnis kletterte auf vergleichbarer Basis um 10,5 Prozent. Die Übernahmen eingerechnet war es ein Plus von 22,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Mit den Zahlen traf United Internet die Erwartungen von Analysten.

Die Drillisch-Aktie bricht um rund 16 Prozent ein, auch die Titel von United Internet geben mit sechs Prozent sehr deutlich nach.   

ts/dpa/rtr