Blaue Fahne mit weißem Uniper-Logo

Milliardendeal Uniper wehrt sich gegen Fortum

Stand: 01.10.2017, 12:21 Uhr

Der Kraftwerksbetreiber Uniper will sich den Übernahmeplänen des finnischen Versorgers Fortum nicht beugen. Den Investoren gefällt das Angebot dagegen recht gut.

"Unsere bisherige solide operative und bilanzielle Entwicklung zeigt klar, dass wir als unabhängiges Unternehmen am Markt erfolgreich sind", sagte Uniper-Finanzchef Christopher Delbrück der "BörsenZeitung". "Mögliche negative Auswirkungen auf unsere Bilanz und Bonität durch einen neuen Mehrheitseigentümer können nicht im Interesse der übrigen Eigentümer sein."

Fortum will von Eon das verbliebene Uniper-Paket in Höhe von 47 Prozent übernehmen. Der Eon-Konzern will Anfang 2018 entscheiden, ob er dem Deal zustimmt, der rund 3,8 Milliarden Euro in seine klamme Kasse spülen würde. Fortum bietet 22 Euro je Aktie für den von Eon abgespaltenen Kraftwerksbetreiber.

Ein feindlicher Vorstoß

Uniper-Aktien hatten am Freitag bei 23,20 Euro geschlossen. Uniper-Chef Klaus Schäfer hatte bereits Anfang der Woche seinen Widerstand gegen die Pläne der Finnen kundgetan. "Dies ist ein feindlicher Vorstoß von Fortum", sagte der Manager in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Investoren werteten das Angebot dagegen positiv. "Das Angebot von Fortum wirkt attraktiv und es kommt zu einem guten Zeitpunkt", sagte etwa Thomas Deser, Fondsmanager von Union Investment.

Uniper beschäftigt 13.000 Mitarbeiter und ist mit einer Erzeugungskapazität von rund 40 Gigawatt einer der führenden Stromproduzenten Europas. Der Kraftwerkspark von Uniper bildete lange das Rückgrat von Eon, bis das Unternehmen 2016 unter dem Druck der Energiewende sein altes Kerngeschäft mit Großkraftwerken und dem Energiehandel abspaltete.

rtr/dpa