Nike-Fabrik in Florida

Starke Zahlen Unfassbar: Nike trotzt Corona-Krise

Stand: 25.03.2020, 07:21 Uhr

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im vergangenen Geschäftsquartal trotz erster Belastungen durch die Coronavirus-Krise deutlich mehr Umsatz gemacht. Wie kann das sein?!

Analysten sind baff: Nike hat seine Erlöse in den drei Monaten bis Ende Februar im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 10,1 Milliarden US-Dollar gesteigert, wie der Adidas-Rivale am Dienstag nach US-Börsenschluss am Konzernsitz in Beaverton mitteilte. Damit übertraf Nike die Markterwartungen bei Weitem. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem Umsatz in Höhe von 9,8 Milliarden Dollar gerechnet.  

Nachfrageeinbruch in China

Nike führte den Umsatzanstieg in erster Linie auf die hohe Nachfrage in Nordamerika und Europa zurück. In Nordamerika kletterte der Umsatz um vier Prozent und in Europa sogar um elf Prozent.  

Dagegen musste Nike in China einen Nachfrageeinbruch hinnehmen. Der Umsatz in der Region fiel um vier Prozent. Es war das erste Minus nach 22 Quartalen mit zweistelligen Wachstumsraten. 

China ist der wichtigste Auslandsmarkt für Nike. Der Sportartikelhersteller musste dort infolge der Corona-Krise zeitweise über die Hälfte seiner Filialen schließen. 

Kommt das Schlimmste erst noch?

Ein weiterer Grund für die starken Nike-Zahlen ist aber sicherlich auch der Zeitraum, den der Bericht zum dritten Geschäftsquartal umfasst (Dezember bis Februar): Schließlich traten die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie erst so richtig im März zutage.  

Mittlerweile hat Nike in China schon wieder 80 Prozent seiner Geschäfte geöffnet. Dafür sind seit Mitte März die restlichen Filialen weltweit geschlossen.  

Mit anderen Worten: Erst im nächsten Quartalsbericht werden Analysten wie Anleger klarer sehen, wie stark die Pandemie den weltgrößten Sportartikelhersteller wirklich getroffen hat.  

Aktie mit V-förmiger Erholungsrally

Nichtsdestotrotz sind die Umsatzzahlen, die Nike gestern geliefert hat, ein Signal der Stärke. Das kommt auch am Aktienmarkt so an. Die Nike-Aktie schnellte im nachbörslichen US-Handel um 9,9 Prozent auf 79,51 Dollar in die Höhe. Bereits im regulären Handel an der Nyse, also vor Veröffentlichung der Zahlen, war sie um 15,2 Prozent auf 72,33 Dollar gestiegen.

 Die Aktie setzte damit ihre V-förmige Erholungsrally nach dem jüngsten Kurssturz fort. Seit ihrem Rekordhoch im Januar bei 105,62 Dollar war sie in der Spitze um 43 Prozent auf 60,00 Dollar eingebrochen.  

Dass Nikes Nettogewinn im vergangenen Quartal um 23 Prozent schrumpfte auf 847 Millionen Dollar, kann dabei die Begeisterung der Anleger nicht trüben. Schließlich waren dafür in erster Linie einmalige Sonderkosten verantwortlich.

ag