Tesla-Chef Elon Musk

Elon Musk hat es eilig Umzug à la Tesla

Stand: 27.05.2018, 16:17 Uhr

Der E-Auto-Hersteller Tesla verlegt ein ganzes Produktionsband für Batterien von Europa nach Kalifonien - per Flugzeug. So etwas gibt es nicht alle Tage.

Der US-Elektroautopionier Tesla greift bei der Herstellung seines wichtigen Fahrzeugmodells Model 3 zu ungewöhnlichen Mitteln. Das Unternehmen verfrachtete eine neue Batterie-Produktionslinie in sechs Flugzeugen von Europa nach Kalifornien, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen in dieser Woche sagten.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Mit dem Transport von Robotern und Ausrüstung per Lufttaxi soll die Akku-Produktion des Model 3 beschleunigt werden. "Wie gewöhnlich bei Tesla passiert alles in einer großen Eile und Geld scheint kein Hindernis zu sein", hieß es in den Kreisen. Tesla wollte sich am Freitag dazu nicht äußern.

So etwas kostet Geld

Ein Transport von Produktionsausrüstung auf dem Luftweg ist teuer und kommt in der Autobranche so gut wie nicht vor. Der umtriebige Unternehmenschef Elon Musk hat sich vorgenommen, die Produktion des wichtigen Fahrzeugmodells bis zur Jahresmitte auf 5000 Stück in der Woche zu steigern. Dadurch will Tesla den Aufstieg von einem Nischenanbieter zu einem Massenhersteller von Elektroautos schaffen. Ende März rollten erst etwas mehr als 2000 Fahrzeuge von den Produktionsbändern, womit sich Tesla zwar steigerte, das selbst gesteckte Ziel von 2500 Wagen aber verfehlte.

Tesla ist nach Jahren des Wachstums in schwierigeres Fahrwasser gekommen. Es gab immer wieder Probleme in der Produktion, und Experten sehen die Fertigungsziele mit Skepsis. Zuletzt liefen Tesla zudem einige Führungskräfte weg. Um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, hat Musk eine umfassende Reorganisation des Managements angekündigt.

Aktie nur leicht erholt

An der Nasdaq hat sich das Tesla-Papier zwar von seinem Jahrestief im April bei etwas über 250 Dollar etwas erholt, konsolidiert aber weiter auf niedrigem Niveau. Die Aufbruchstimmung, die die Aktie im Vorjahr bis auf 385 Dollar getrieben hatte, scheint verflogen. Am Freitag lag der Schlusskurs bei 278,85 Dollar, ein Tagesgewinn von 0,36 Prozent.

rtr/rm

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Tesla Semi

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Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.