H&M-Schaufenster mit roten Rabatt-Plakaten

Hohe Rabatte treiben Umsatz Umbau von H&M kommt voran

Stand: 27.09.2018, 10:53 Uhr

Nicht allen Modeketten hat der Hitzesommer geschadet. Der schwedische Bekleidungskonzern H&M konnte den Umsatz im dritten Quartal steigern - dank Räumungsverkäufen und Währungseffekten. Vor allem im Online-Geschäft holt H&M auf. Die Anleger jubeln.

Die Aktien von H&M erholen sich am Donnerstag kräftig. Sie springen um über zehn Prozent nach oben. In den letzten zwei Wochen haben die Modetitel 36 Prozent gewonnen. Auf Ein-Jahres-Sicht liegen die Aktien aber immer noch klar im Minus. H&M hat seither gut ein Drittel an Wert eingebüßt.

Online-Geschäft floriert

Anleger loben die Fortschritte, die der schwedische Modekonzern gemacht hat. Beim Umbau der Lieferkette kommt H&M offenbar gut voran. Mit den neuen Prozessen will H&M schneller auf Markttrends reagieren können und die Vernetzung zwischen den Filialen und dem Onlineverkauf vorantreiben. Im dritten Quartal stiegen die Online-Verkäufe um 30 Prozent.

Der Aufbau neuer Lieferketten in den USA, Frankreich, Italien und Belgien verursachte allerdings Sonderkosten in Höhe von 400 Millionen Kronen, räumte Konzernchef Karl-Johan Persson ein. Der Gewinn schrumpfte deshalb um knapp ein Fünftel auf rund 3,1 Milliarden schwedische Kronen (fast 300 Millionen Euro).

Anzeichen für Erholung

Dafür sei die Bruttomarge aber etwas höher ausgefallen als erwartet, urteilten die Analysten von Morgan Stanley. Investoren gefiel zudem, dass die Umsätze auf vergleichbarer Basis sich positiv entwickelten. Die Analysten der Credit Suisse schrieben, es gebe Anzeichen einer Erholung bei dem Modekonzern.

Die Umsatzentwicklung hatte der Zara- und Primark-Konkurrent bereits vor zehn Tagen veröffentlicht. Demnach steigerte der Konzern die Erlöse um neun Prozent auf 55,8 Milliarden schwedische Kronen (5,3 Milliarden Euro) - ohne die anfallende Mehrwertsteuer. Das ist mehr als die Analysten erwartet hatten. Die schwache schwedische Krone und gut laufende Räumungsverkäufe trieben das Wachstum von H&M an.

Mexiko und Ägypten im Visier

H&M hat relativ spät auf die Konkurrenz von Onlinehändlern und billigeren Anbietern wie Primark reagiert. Das Unternehmen will nun unter anderem in Mexiko und Ägypten neue Online-Märkte erschließen. Deutschland gehört mit 458 Geschäften zu den wichtigsten Absatzmärkten der Schweden. H&M hat wie viele Rivalen mit der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu kämpfen.

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<strong>Inditex</strong><br/>Der größte Modekonzern der Welt ist Inditex. Zum spanischen Konzern gehören Marken wie Zara, Massimo Dutti und Bershka. An der Börse ist Inditex mittlerweile rund viermal so viel wert wie H&M. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Inditex einen Umsatz von 12,03 Milliarden Euro, flächenbereinigt ein Plus von vier Prozent. Der Nettogewinn legte um drei Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Inditex
Der größte Modekonzern der Welt ist Inditex. Zum spanischen Konzern gehören Marken wie Zara, Massimo Dutti und Bershka. An der Börse ist Inditex mittlerweile rund viermal so viel wert wie H&M. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Inditex einen Umsatz von 12,03 Milliarden Euro, flächenbereinigt ein Plus von vier Prozent. Der Nettogewinn legte um drei Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.