Schiffe, Container und Ladekräne am Terminal Eurogate in Hamburg

Deutliches Plus Überraschung: Deutsche Exporte kaum zu bremsen

Stand: 08.11.2019, 09:17 Uhr

Negativschlagzeilen gab es in Bezug auf die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten zuhauf. Doch jetzt gibt es richtig Hoffnung machende Nachrichten.

Die deutschen Exporteure steigerten im September ihre Ausfuhren um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das war der stärkste Zuwachs innerhalb eines Monats seit November 2017. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. Das ist angesichts von Handelskonflikten, schwacher Weltkonjunktur und Brexit-Chaos wirklich ein Erfolg.

Für Impulse sorgte hier vor allem das Geschäft mit den EU-Staaten, das mit 5,6 Prozent überdurchschnittlich zulegte. Die Exporte außerhalb der EU - wozu die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China gehören - legten dagegen nur um 3,2 Prozent zu.

Auch die August-Werte fielen dann doch besser aus als bisher von den Statistikern berechnet. Hier lag das Minus bei revidiert 0,9 Prozent. Bislang war man von einem Rückgang von 1,8 Prozent ausgegangen.

Auch im Jahresvergleich machen die Außenhandelszahlen einen robusten Eindruck. Die im September exportierten Waren im Wert 114,2 Milliarden Euro entsprechen einem Anstieg von 4,6 Prozent.

Ausreißer nach oben

Betrachtet man aber die ersten neun Monaten des Jahres, steht bei den erfolgsverwöhnten Exporteuren nur ein vergleichsweise mageres Umsatzplus von 0,9 Prozent auf 997,1 Milliarden Euro zu Buche.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für dieses Jahr insgesamt nur mit einem überschaubaren Wachstum von 0,3 Prozent. 2020 sollen die Exporte sogar um 0,5 Prozent schrumpfen. In normalen Zeiten kommt Deutschland dem DIHK zufolge auf ein durchschnittliches Exportwachstum von 5,5 Prozent.

Auch die Importe wuchs im September weiter. Im September wurden Waren im Wert von 93 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

"Mit diesen Daten ist eine Rezession keine ausgemachte Sache mehr. Während sich die Industrie zweifellos in der Rezession befindet, könnte die gesamte deutsche Wirtschaft in letzter Minute eine weitere Schrumpfung - und damit eine technische Rezession - noch vermeiden. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass die deutsche Wirtschaft seit mehr als einem Jahr de facto stagniert. Das ist eindeutig nichts, worüber man sich freuen sollte", kommentierte Carsten Brzeski von ING.

ME/dpa/rtr