Osram Zentrale im Dämmerlicht
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Aktie zeitweise über 14 Prozent im Plus Osram bestätigt Marktgerüchte

Stand: 13.02.2019, 17:14 Uhr

Kursfeuerwerk bei der Osram-Aktie: Neue Übernahmegerüchte ließen das Papier des Lichttechnikkonzerns am Mittwoch in der Spitze um mehr als 14 Prozent hochschnellen. Osram bestätigte am Nachmittag aktuelle Gespräche.

Osram steht im Visier von Finanzinvestoren. Bain Capital und die Carlyle Group hätten sich für ein eventuelles Übernahmeangebot zusammengeschlossen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Aktie zog daraufhin um bis zu 14,3 Prozent an und lag damit zeitweise am Morgen auf einem Acht-Wochen-Hoch von 39,99 Euro. Nach einer Unterbrechung klettert das Papier kurz vor Handelsende wieder um 14,6 Prozent nach oben und notiert zur Stunde bei 40,10 Euro. Osram hat die "vertieften Gespräche" mit Bain und Carlyle über den Erwerb von bis zu 100 Prozent der Aktien inzwischen bestätigt. Es sei derzeit aber noch nicht abzusehen, ob es eine Investition geben wird.

Die beiden Finanzinvestoren führten derzeit bereits eine genauere Überprüfung des Unternehmenswertes durch, hieß es bei Bloomberg weiter. Ein Übernahmeangebot könnte bis Ende März abgegeben werden, allerdings sei eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen und das Duo könnte auch noch Abstand von den Plänen nehmen.

Übernahme schon länger ein Thema

Anja Kohl
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Ein Licht geht auf

Bereits im November 2018 hatten Spekulationen über ein Interesse des Finanzinvestors Bain die Runde gemacht, die Anteile beflügelt und bis auf rund 42 Euro getrieben. Im Dezember kamen Gerüchte hinzu, wonach auch der Investor Carlyle ein Auge auf den MDax-Konzern geworfen haben könnte.

Finanzchef Ingo Bank hatte erst kürzlich in einem Interview mit Bloomberg erklärt, seinem Unternehmen seien Investoren in jeder Form willkommen, solange sie die Strategie von Osram unterstützten.

Osram Zentrale

Osram-Zentrale in München. | Quelle: Unternehmen

Das Unternehmen ist stark von der schwächelnden Autokonjunktur abhängig. Weil die Geschäfte des Lichtkonzerns deshalb nicht gut laufen, tat sich auch die Aktie schwer. Binnen Jahresfrist hat der Titel mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt. Anfang 2019 war Osram in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzern hatte deshalb ein verschärftes Sparprogramm angekündigt.

Anleger unsicher

Nun bewege sich die Aktie im Spannungsfeld einer schwachen Geschäftsentwicklung einerseits und Übernahmefantasien auf der anderen Seite, hatte Analyst Seven Diermeier von Independent Research nach Vorlage der Zahlen resümiert.

Der aktuelle Kurszuwachs bringt das Papier wieder zurück auf das Niveau von Mitte Dezember. Bereits vor den aktuellen Übernahmegerüchten hatte Analyst Leo Carrington von der Credit Suisse am Mittwochmorgen darauf hingewiesen, dass die anhaltende Übernahmefantasie die Bewertung der Osram-Aktie stütze.

tb