Windkraftanlage in der Dämmerung

US-Fonds bietet 300 Millionen Euro Übernahmeangebot für PNE

Stand: 10.10.2019, 11:35 Uhr

Aufwind für die Aktie des Windpark-Entwicklers PNE Wind. Grund ist das Übernahmeangebot eines Infrastrukturfonds der US-Bank Morgan Stanley.

Der Fonds einigte sich mit dem Vorstand des Unternehmens aus Cuxhaven auf ein Angebot an die PNE-Aktionäre über 4,00 Euro je Aktie. Nach Angaben der Amerikaner entspricht das - einschließlich einer Anleihe - einem Firmenwert von 360 Millionen Euro.

Die PNE-Aktie zog am Donnerstag um mehr als vier Prozent an und notiert damit auf dem Niveau des Gebots.

Schon Ende August hatte der Fonds ein unverbindliches Übernahmeangebot in Aussicht gestellt. Damals war aber ein Gebotspreis von 3,50 und 3,80 Euro je Aktie genannt worden.

PNE empfiehlt Aktionären Annahme

PNE Wind-Logo und dunkle Wolken

PNE Wind. | Bildquelle: Montgae:boerse.ARD.de, Bildquelle: Colourbox

Vorstand und Aufsichtsrat von PNE unterstützen das Angebot. "Wir begrüßen das Angebot und sind überzeugt davon, dass es einen fairen und angemessenen Wert für die Aktionäre bietet", erklärte PNE-Aufsichtsratschef Per Hornung Pedersen.

Das Angebot entspricht den Angaben zufolge einer Prämie von 31 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Der Vorgang muss noch von der BaFin geprüft und genehmigt werden.

Die Übernahme kommt aber nur zustande, wenn sich Morgan Stanley mehr als 50 Prozent der PNE-Anteile sichern kann. Danach soll die PNE AG auch von der Börse genommen werden. Morgan Stanley habe sich bereits elf Prozent von PNE-Aktionären gesichert, erklärte der Fonds.

Finanzielle Unterstützung für Ausbau grüner Energie

Morgan Stanley-Schriftzug in New York

Morgan Stanley. | Quelle: picture-alliance/dpa

Morgan Stanley-Manager Christoph Oppenauer versprach PNE finanzielle und fachliche Unterstützung beim Ausbau zu einer Erneuerbare-Energien-Plattform in Deutschland und Frankreich. PNE-Chef Markus Lesser erklärte: "Das starke Bekenntnis zu unserem langfristig angelegten Geschäftsmodell und insbesondere zu unserer Strategie 'Scale Up' sowie zu unseren Mitarbeitern und den bestehenden Geschäftsbereichen haben uns überzeugt."

PNE schaute sich auch nach Alternativen um

PNE hatte laut Insidern nach der Offerte des Morgan Stanley-Fonds auch die Fühler nach anderen Interessenten ausgestreckt. Größter Aktionär ist früheren Angaben zufolge der Frankfurter Vermögensverwalter Universal Investment mit 12,2 Prozent. Der aktivistische Investor AOC, der zuletzt 5,1 Prozent an PNE hielt, hatte das erste Angebot als zu niedrig abgelehnt.

Das Geschäft läuft

Das Energie-Projektgeschäft ist stark zyklisch. Im ersten Halbjahr wurden vier Windparks von PNE mit einer Leistung von 72,5 Megawatt fertig, sieben weitere mit 332 Megawatt Leistung sind im Bau. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr von 4,1 auf 12,9 Millionen Euro.

ms/rtr/dpa-AFX