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Übernahmeofferte Rekord-Kurssprung bei Isra Vision

Stand: 10.02.2020, 10:45 Uhr

In den letzten Wochen ging es abwärts mit den Aktien von Isra Vision. Heute schießt der Kurs um mehr als 45 Prozent nach oben. Das Darmstädter Hightech-Unternehmen soll vom schwedischen Industrieausrüster Atlas Copco geschluckt werden – mit einem hohen Aufschlag.

Der türkischstämmige Isra-Vision-Gründer und Vorstandschef Enis Ersü kann endlich in den verdienten Vorruhestand gehen. Nach mehreren gescheiterten Annäherungsversuchen mit anderen Firmen hat er nun endlich den richtigen Partner für sein Unternehmen gefunden: den Industriekonzern Atlas Copco.

Aktie überspringt Gebotspreis

Die Schweden bieten 50 Euro je Aktie für Isra Vision. Das sind insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Wie Isra Vision am Montagmorgen mitteilte, entspricht das einem Aufschlag von 43 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Die Aktie übersprang am Montagvormittag sogar den Übernahmepreis. Sie schoss um über 45 Prozent auf 50,90 Euro. Das bedeutet, dass einige Anleger auf eine Aufstockung des Gebots setzen.

Das Papier notiert damit auf dem höchsten Stand seit dem Sommer 2018. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.

Atlas Copco hat schon 35 Prozent der Anteile sicher

Mit Firmengründer Ersü, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen knapp 29 Prozent der Anteile hält, ist sich Atlas Copco bereits einig. Der 67-Jährige, der Isra Vision 1985 gegründet hatte, will damit nach eigenem Bekunden seine Nachfolge sichern. Insgesamt hat Atlas Copco nach eigenen Angaben 35 Prozent der Anteile sicher.

Atlas Copco wolle mit der Übernahme von Isra Vision einen "Weltmarktführer für Machine Vision" aufbauen und damit sein Geschäft mit der Industrieautomatisierung stärken, hieß es in der Mitteilung. Mit den "sehenden Systemen" des Darmstädter Unternehmens mit knapp 800 Mitarbeitern lassen sich Roboter steuern und Oberflächen wie Glas, Folien und Solarzellen prüfen. Isra Vision soll nach der Übernahme von der Börse genommen werden.

Immer wieder hatte es Spekulationen über einen Zusammenschluss von Isra Vision mit der Basler AG gegeben. Isra-Chef Ersü hatte stets die Gerüchte dementiert.

nb