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Trotz Schwächen im Investmentbanking UBS überrascht positiv

Stand: 23.07.2019, 09:26 Uhr

Weniger Superreiche, die ihre Milliarden bei dem weltgrößten Vermögensverwalter betreuen lassen wollen. Dennoch hat die Schweizer Großbank ihren Gewinn im abgelaufenen Quartal leicht steigern können. Den Anlegern gefällt das Zahlenwerk der Eidgenossen.

Die Aktie legte am Morgen in Zürich um gut zwei Prozent zu. Trotz einiger Probleme hat es die UBS geschafft, das gewinnträchtigste Quartal seit 2010 zu bilanzieren. 1,39 Milliarden Dollar blieben unter dem Strich in der Kasse, ein mageres Plus von einem Prozent zwar nur gegenüber dem Vorjahreszeitraum - aber deutlich mehr als die Experten erwartet hatten. Bei ihnen waren sogar Gewinnrückgänge von bis zu 25 Prozent prognostiziert worden.

Die Reichen werden geiziger

Punkten konnte die Bank im abgelaufenen Quartal nicht so sehr in den Kerngeschäften der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking, sondern durch wachsende Erträge im Privat- und Firmenkundengeschäft und beim Verkauf von Fondsprodukten.

Die Vermögensverwaltung litt unter gleich mehreren negativen Einflüssen. Viele der Milliardäre der Welt, von denen die Hälfte ihr Vermögens auch von den Schweizern managen lässt, sind in den vergangenen Monaten zurückhaltend geworden, der Handelskrieg und das vermeintliche Ende der Rally am Aktienmarkt lassen grüßen. Die reichen Kunden parken deshalb mehr und mehr ihrer Vermögen in Cash und halten sich mit Transaktionen oder riskanteren Geschäften zurück.

Zinssenkungen und starke Konkurrenz

Aber auch die niedrigen Zinsen schmälern die Erträge in der Vermögensverwaltung und auch der harte Wettbewerb der Asset Manager gerade in den USA lässt die Margen sinken. In Sparte schrumpfte der bereinigte Vorsteuergewinn bei der UBS deshalb um zwölf Prozent. Außerdem zogen die vermögenden Kunden netto rund zwei Milliarden Dollar bei der Bank ab - laut Experten vor allem, um ihre Steuerschulden in den USA zu begleichen.

Für den Rest des Jahres gibt sich das Geldhaus deshalb entsprechend vorsichtig. Erwartete weitere Zinssenkungen dürften sich negativ auf das Geschäft auswirken, hieß es am Dienstag. "Insgesamt bleiben unsere Ziele unverändert: Wir wollen mittelfristig nachhaltig und profitabel wachsen, in unsere Geschäftsbereiche investieren und zugleich unseren Aktionären attraktive Renditen bieten", sagte Bankchef Sergio Ermotti am Dienstag.

Die Aktie der UBS hat in den vergangenen Monaten deutlich Federn gelassen. Der Titel rutschte binnen eines Jahres um rund 25 Prozent ab. Damit schlug sich die Aktie noch deutlich besser als die der Deutschen Bank, allerdings erheblich schlechter als etwa die US-Riesen wie JPMorgan oder die Bank of America.

AB