UBS-Schriftzug
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Gute Geschäfte im Investmentbanking und mit reichen Kunden UBS scheffelt Milliardengewinn

Stand: 24.07.2018, 07:01 Uhr

Die führende Schweizer Großbank zeigt, wie's geht: Überraschend hat sie im abgelaufenen Quartal mehr verdient. Der Gewinn ist über drei Mal so hoch wie der der Deutschen Bank. Wie machen die Schweizer das?

Vor allem das Investmentbanking entwickelte sich prächtig: Dank Zuwächsen im Aktienhandel steigerte die Sparte ihren bereinigten Vorsteuer-Gewinn um 44 Prozent.

Auch das Geschäft mit reichen Kunden florierte - besonders in den USA. Die Vermögensverwaltung steigerte den bereinigten Vorsteuergewinn um sieben Prozent. Die UBS profitierte hier von steigenden Nettozinserträgen.

Neun Prozent mehr verdient

Insgesamt steigerte die Schweizer Großbank den Gewinn um neun Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. Analysten hatten mit einem Gewinnrückgang gerechnet.

Die überraschend gute Bilanz gibt den UBS-Aktien Auftrieb. Sie ziehen im frühen Handel um über zwei Prozent an. Seit Jahresbeginn haben die Banktitel rund 15 Prozent eingebüßt.

Handelsstreit verunsichert Kunden

Die Aussichten auf ein globales Wirtschaftswachstum und steigende Zinsen in den USA stimmen die UBS auch für das dritte Quartal zuversichtlich. Allerdings dämpfen die weltweiten geopolitischen Spannungen und der wachsende Protektionismus das Anleger-Vertrauen. Viele reiche Kunden seien beunruhigt und würden Risiken meiden, warnte die UBS. Im zweiten Quartal flossen im weltweiten Vermögensverwaltungsgeschäft denn auch per saldo 1,2 Milliarden Franken ab.

Eine Einigung erzielte die Bank in einem weiteren Rechtsfall um hypothekenbesicherte Wertpapiere in den USA: Im sogenannten Trustee-Fall bezahlt die UBS 850 Millionen Dollar. UBS hatte vor der Krise gebündelte Hypothekenpapiere an Investoren weiterverkauft. Nach der Krise hatte ein Treuhänder den Investoren diese Papiere abgekauft und war rechtlich gegen die Bank vorgegangen. In der nun erzielten Einigung muss die  UBS die Summe nicht komplett selbst begleichen, sondern hat sich dagegen abgesichert: Ein signifikanter Teil der 850 Millionen werde von anderen Parteien übernommen.

Höhere Rückstellungen

Trotz der Einigung stiegen die Rückstellungen für offene Rechtsfälle leicht an: Sie lagen Ende Juni bei 2,44 Milliarden Franken nach 2,33 Milliarden Franken Ende März. Ungelöst sind weiterhin unter anderem ein Streit mit dem US-Justizministerium über faule Hypothekarpapiere sowie der Steuerstreit mit Frankreich.

Die Baader Bank hat die Einstufung für UBS nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 21 Franken belassen. Mit ihren Eckdaten habe die Bank die Erwartungen übertroffen, aber es in dem Zahlenwerk aber auch weniger inspirierende Elemente, schrieb der zuständige Analyst in einer Studie am Dienstag.

Positives Signal für die europäische Banken-Berichtssaison

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,86
Differenz relativ
+5,81%

Die UBS ist eine der ersten europäischen Großbanken, die ihre Quartalszahlen vorlegen. Vor einer Woche hatte bereits die Deutsche Bank vorläufige Zahlen enthüllt und einen überraschend hohen Gewinn von 400 Millionen Euro bekannt gegeben. Auch die US-Banken haben für den Zeitraum von April bis Ende Juni kräftige Zuwächse verbucht. Grund dafür waren vor allem die gute Konjunktur, steigende Zinsen und die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump.

nb

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Deutsche Börse
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