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Enttäuschender Ausblick UBS: Aktionäre auf der Flucht

Stand: 23.04.2018, 10:51 Uhr

Die UBS ist besser ins Jahr gestartet als gedacht. Dennoch reagieren die Anleger enttäuscht. Kein Wunder, sieht doch der Ausblick weniger rosig aus.

Die Aktie fällt gleich zu Handelsbeginn am Morgen um 2,2 Prozent und weitet ihre Verluste im weiteren Verlauf bis auf vier Prozent aus. Damit hat der Finanztitel seit seinem Jahreshoch im Januar 15 Prozent an Wert eingebüßt. Dabei ist die Bank im ersten Quartal mit einem Milliardengewinn in das Jahr gestartet, während der Rivale Deutsche Bank die Märkte auf eine Belastung eingestellt hat.

Unterm Strich stieg der Gewinn des Deutsche-Bank-Rivalen im ersten Quartal auf 1,5 Milliarden Franken. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als Analysten erwartet hatten. "Wir hatten einen ausgezeichneten Start ins neue Jahr", erklärte Bankchef Sergio Ermotti am Morgen.

Warnung vor übertriebenen Erwartungen

Zwar stiegen die Nettoneugeldzuflüsse im Asset Management, also der Vermögensverwaltung, auf 27 Milliarden Franken, so dass das von der Bank verwaltete Vermögen mit 792 Milliarden Franken den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt erreicht hat. Doch das bereinigte Vorsteuerergebnis fiel mit 108 Millionen Franken eher bescheiden aus. Dagegen glänzte das Investmentbanking mit einem Vorsteuerergebnis von 629 Millionen Franken, eine bereinigte Rendite des Eigenkapitals von stolzen 25 Prozent.

Allerdings warnt die UBS-Führung gleichzeitig vor übertriebenen Erwartungen an das restliche Jahr. Das im ersten Quartal erzielte Ergebniswachstum werde sich nicht in diesem Ausmaß fortsetzen. Die Marktvolatilität liege zwar über den historischen Tiefständen des vergangenen Jahres, doch sie bleibe moderat, hieß es.

Stagnierendes Ergebnis in der Vermögensverwaltung

Vor allem in der Vermögensverwaltung, der größten und ertragreichsten Sparte der Bank, erwartet die UBS in den kommenden Quartalen lediglich ein stagnierendes Vorsteuerergebnis. Goldman Sachs-Analyst Jernej Omahen weist zudem darauf hin, dass die Bank im Investmentbanking zwar stark abgeschnitten habe, dies sei aber von schwächeren Resultaten in anderen Bereichen überschattet worden.

Auch Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan sagte, außer im Investmentbanking sei das Ergebnis des ersten Quartals enttäuschend ausgefallen. Ungeachtet dessen habe die UBS den besten Geschäftsmix in der Branche. Gut sei, dass der angekündigte Aktienrückkauf noch im laufenden Quartal beginnen dürfte. Er hat die Aktie deshalb auf "Overweight" mit einem Kursziel von 21 Franken belassen.

Von Sanktionen gegen Russland nicht betroffen

Die Schweizer Großbank UBS lotet unverändert Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Banken aus. "Wir haben über diese Entwicklungen während der vergangenen paar Jahre gesprochen, sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene. Derzeit gibt es nichts Substantielles aufzuzeigen oder anzukündigen", sagte UBS-Chef Sergio Ermotti in einer Telefonkonferenz.

Zu möglichen Gesprächen mit der Konkurrentin Credit Suisse über eine Bündelung von Verwaltungs- und Abwicklungstätigkeiten wollte er sich nicht äußern. Die US-Sanktionen gegen Russland hätten keine nennenswerten Auswirkungen auf das Geschäft der UBS, sagte Ermotti.

lg