Angeblich 100 Milliarden Dollar wert Ubers Börsengang nimmt Fahrt auf

Stand: 17.10.2018, 14:40 Uhr

Seit der Fahrdienstvermittler im Sommer mit dem ehemaligen Investmentbanker Nelson Chai einen neuen Finanzchef gefunden hat, werden die Börsenpläne wieder konkreter.

Das "Wall Street Journal" schreibt, Uber peile einen Rekordbörsengang von 100 bis 120 Milliarden Dollar an und beruft sich dabei auf Insider. Der Dienstleister wäre dann mehr wert als die drei Autokonzerne General Motors, Ford und Fiat Chrysler zusammengenommen.

Dass Goldman Sachs und Morgan Stanley die Bewertungsgutachten bereits im September vorgelegt hätten, deute darauf hin, dass der Börsengang schon Anfang des Jahres 2019 stattfinden könnte, hieß es in dem Bericht der Zeitung. Börsenkandidaten heuern die begleitenden Investmentbanken in der Regel ein halbes Jahr vorher an. Bisher hat sich Uber nur auf einen Börsengang im nächsten Jahr festgelegt. Wie auch die Nachrichtenagentur AFP in Erfahrung brachte, will Uber die Vorbereitungen für sein Börsendebüt beschleunigen. Das Unternehmen wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Steigender Kostendruck

Einen 15-Prozent-Anteil hält der japanische Technologie-Konzern Softbank. Anleger in Tokio reagierten am Morgen positiv. Dort legte die Softbank-Aktie um mehr als zwei Prozent zu. Derweil sucht Uber nach einem Ausweg aus den hohen Kosten, die die Entwicklung selbstfahrender Autos mit sich bringt. Im August hatte Uber Toyota für eine Zusammenarbeit gewonnen. Die Japaner wollen 500 Millionen Dollar investieren.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge denkt Uber auch über den Verkauf von Minderheitsanteilen an der kostspieligen Entwicklung selbstfahrender Autos nach. Die Erwägungen seien Teil der Pläne, die hohen Kosten in diesem Bereich vor dem geplanten Börsengang zu verringern. Dabei sei auch eine Abspaltung in eine separate Geschäftseinheit möglich.

Widersprüchliche Angaben

Dara Khosrowshahi

Dara Khosrowshahi. | Bildquelle: picture alliance / Paul Sakuma/AP/dpa

Uber wolle zwar die operative Kontrolle und die Mehrheitsbeteiligung behalten, so die "FT", dabei sich die Ausgaben sowie die Vermarktung der Fahrtechnik mit Partnern teilen. Einige mögliche Investoren hätten bereits Interesse signalisiert. Eine Stellungnahme von Uber dazu gab es nicht.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi hatte noch im September erklärt, es gebe keine Pläne, die Sparte zur Entwicklung selbstfahrender Autos zu verkaufen. Diese werde nach dem Börsengang weiter ein Teil von Uber sein, aber sie werde mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten, die selbstfahrende Technologien entwickeln. Nach einem tödlichen Unfall mit einem Uber-SUV hatte der Fahrdienst sein Engagement in diesem Bereich stark zurückgefahren.

Uber-Rivale will ebenfalls an die Börse

Selbstfahrendes Auto von Uber

Selbstfahrendes Auto von Uber. | Bildquelle: Model Foto: colourbox.de

Derweil berichtet das "Wall Street Journal", dass der Umsatz von Uber im ersten Quartal um 70 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar gestiegen ist. Da das Unternehmen erst nach seinem Börsengang zur Veröffentlichung von Quartalszahlen verpflichtet ist, dringen Finanzmeldungen nur unregelmäßig und meist über die Medien an die Öffentlichkeit.

Auch der Uber-Rivale Lyft strebt laut "Wall Street Journal" im ersten Halbjahr 2019 an die Börse. Lyft habe Investmentbanker angeheuert, um den Börsengang einzufädeln. JPMorgan , Credit Suisse und Jefferies seien als wichtigste Partner verpflichtet worden. Lyft dürfte mit mehr als 15,1 Milliarden Dollar bewertet werden.

lg