Uber IPO
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Katerstimmung statt Jubelarie Uber-Börsendebüt ein ziemlicher Reinfall

Stand: 13.05.2019, 09:15 Uhr

Es sollte eine der größten Börsenpartys des Jahres werden, das ist aber gründlich schiefgegangen: Uber startete mit massiven Verlusten auf dem New Yorker Parkett. Mit so einem herben Rückschlag hatten die Investoren nicht gerechnet.

Der erste Kurs für die neue Aktie lag bei enttäuschenden 42 Dollar, knapp sieben Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar. Am Ende ging der Börsenneuling sogar mit einem Minus von knapp acht Prozent auf 41,57 Dollar aus dem Handel. Uber hat damit beim Börsengang rund 8,1 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) eingesammelt, das ist deutlich weniger als zuvor spekuliert worden war.

Der Start der Uber-Aktie sei eine "große Enttäuschung", sagte der Analyst Matt Kennedy von Renaissance Capital. Er nannte die großen Verluste des Unternehmens als Ursache. "Dem Silicon Valley sind Verluste vielleicht egal, aber der Wall Street nicht", sagte Kennedy.  

Schon der niedrige Ausgabepreis hatte angedeutet, dass die Nachfrage nicht so groß war wie erhofft. Er wurde am Vorabend auf 45 Dollar je Aktie festgelegt und bewegte sich damit am unteren Ende der anvisierten Preisspanne von 44 bis 50 Dollar. Zuvor hatte es noch geheißen, die Aktie sei mehrfach überzeichnet. Mit solchen Aussagen wird gerne die Nachfrage nach Aktien angeheizt, um den IPO zu einem Erfolg zu machen.

Aber eine große Party sollte es schon sein: Die New Yorker Börse empfing Uber mit einem riesigen Firmenbanner, der Andrang im Finanzdistrikt war groß. Kein Wunder: Monatelang hatten die Finanzmärkte auf den Börsengang des Jahres hingefiebert. Das Uber-Management um Vorstandschef Dara Khosrowshahi läutete wie traditionell üblich die New Yorker Börsenglocke und verzog keine Miene, als sich der enttäuschend schwache Handelsstart abzeichnete.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi

Uber-Chef Dara Khosrowshahi. | Bildquelle: picture alliance / Sina Schuldt/dpa

Hoch geschätzt und danebengelegen

Uber bringt es dennoch auf eine beachtliche Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden Dollar und stemmt damit den größten Börsengang seit dem des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba im Jahr 2014. Allerdings bleibt das Volumen deutlich unter der zwischenzeitlich angepeilten Marke von 100 Milliarden Dollar. Zeitweise war sogar von 120 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Da hat man sich aber ganz schön verschätzt, immerhin fast 40 Milliarden weniger sind es geworden.

Für eine gewisse Skepsis hatte zuvor bereits der Börsengang von Ubers kleinerem Rivale Lyft gesorgt. Uber hatte bei der Festlegung der Preisspanne deshalb zurückhaltend agiert, aber offenbar nicht zurückhaltend genug. Uber wollte Anleger mit starkem Wachstum locken. 2018 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Im Fahrdienst-Kerngeschäft geriet das Wachstum in den letzten Quartalen allerdings ins Stocken.

Zudem steckt Uber tief in den roten Zahlen. Ohne Sondererlöse durch den Verkauf von Geschäftsteilen fiel im vergangenen Jahr ein Minus von fast 1,9 Milliarden Dollar an. Für Anleger stellt sich vor allem die Frage, wann Uber schwarze Zahlen liefern wird - und ob überhaupt. Khosrowshahi warnte bereits vor Monaten, Uber sei nichts für Investoren, die "ein vorhersehbar profitables Unternehmen wollen".

lg/rm/ts