Uber-Chef Dara Khosrowshahi

Expansion in den Emiraten Uber kauft in Dubai zu

Stand: 26.03.2019, 10:24 Uhr

Kurz vor seinem Börsengang baut der US-Fahrdienstleister seine Postion im Nahen Osten aus. Für den Careem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten legt das Unternehmen einen Milliardenbetrag auf den Tisch.

Für 3,1 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,7 Milliarden Euro) kauft Uber den arabischen Mitbewerber nach eigenen Angaben vom Dienstag. Beide Unternehmen sollen aber zunächst unabhängig voneinander operieren. Das kündigte Uber-Chef Dara Khosrowshahi in einem Brief an die Mitarbeiter an. Beide Dienste sollen aber zusammenarbeiten: "Im Laufe der Zeit können wir durch die Integration von Teilen unserer Netzwerke effizienter arbeiten, noch kürzere Wartezeiten erreichen (...) und das ohnehin schon beachtliche Innovationstempo in der Region beschleunigen."

Oft von Frauen genutzt

Careem wurde in den letzten Finanzierungsrunden mit etwa zwei Milliarden Dollar bewertet und ist in 98 Städten aktiv. Zu den Investoren gehört neben dem chinesischen Konkurrenten Didi Chuxing und dem saudi-arabischen Investor Kingdom Holding auch der deutsche Autokonzern Daimler. Der Dienst wird in der Region überdurchschnittlich oft von Frauen genutzt. In Saudi-Arabien, einem wichtigen Markt für Careem, durften Frauen bis vor neun Monaten selbst kein Auto steuern.

Uber stellt voraussichtlich im April aber vor einer noch viel größeren Transaktion: Dem eigenen Börsengang. Es könnte einer der größten Hightech-Börsengänge der Geschichte werden. In Kürze soll die Roadshow beginnen. Im April wird Uber seine Aktien öffentlich anbieten, so zumindest die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Der Fahrdienstvermittler wird mit bis zu 120 Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich: Daimler und VW sind an der Börse derzeit zusammen rund 128 Milliarden Dollar wert. Ebenfalls noch nicht offiziell sind Meldungen, wonach Uber nicht an die Technologiebörse Nasdaq, sondern an die New York Stock Exchange gehen will.

Lyft rollt schneller an die Börse

Noch schneller als Uber scheint aber der kalifornische Rivale Lyft auf das Börsenparkett zu rollen. Bereits Anfang April könnten die Lyft-Aktien im Handel erscheinen. Das Unternehmen will seine Aktien in der Spanne von 63 bis 68 Dollar ausgeben und wäre damit mit 21 bis 23 Milliarden Dollar bewertet. In die Unternehmenskasse flössen dann rund zwei Milliarden Dollar.

Tief in der Verlustzone

Sowohl Lyft als auch Uber stecken aber noch tief in den roten Zahlen. Uber etwa hatte allein im dritten Quartal 2018 einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar angehäuft. Das war ein Fünftel mehr als im zweiten Quartal. Zu schaffen machte dem Unternehmen dabei, dass Umsatz und Buchungen nicht mehr so rasant wachsen wie noch im Vorjahr. Und Lyft konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr zwar auf 2,16 Milliarden Dollar verdoppeln. Allerdings stieg innerhalb eines Jahres auch der Verlust von 688 auf 911 Millionen Dollar. 

AB