Dara Khosrowshahi
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Neuer Chef Uber: Expedia-Chef soll's richten

Stand: 28.08.2017, 08:49 Uhr

Nach dem Rauswurf von Gründer Travis Kalanick Ende Juni ist der Fahrdienst Uber ohne Chef. Nun scheint ein neuer Kopf gefunden zu sein.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge hat der Uber-Verwaltungsrat Expedia-Chef Dara Khosrowshahi als Nachfolger für den gechassten Travis Kalanick vorgeschlagen. Allerdings sei der Job Khosrowshahi noch nicht offiziell angeboten worden, hieß es auf der Technik-Webseite Recode. Eine Uber-Sprecherin teilte mit, der Verwaltungsrat habe sich für einen Kandidaten entschieden, zunächst sollten aber die Mitarbeiter informiert werden.

Zunächst galt Hewlett Packard-Chefin Meg Whitman als Favorit auf den Posten. Am Sonntag habe sich die Angelegenheit bei Diskussionen jedoch geändert, hieß es. Der Chairman von General Electric, Jeff Immelt, hatte bereits zuvor erklärt, nicht länger interessiert zu sein.

Machtkämpfe an der Führungsspitze

Uber-Gründer Travis Kalanick

Uber-Gründer Travis Kalanick. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Firmen-Mitbegründer Travis Kalanick hatte seinen Posten im Juni auf Druck von Investoren niedergelegt, nachdem Uber wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung in die Schlagzeilen geraten war. Der größte Investor Benchmark Capital verklagte ihn sogar wegen angeblicher Misswirtschaft und Täuschung. Machtkämpfe im Verwaltungsrat erschwerten die Suche nach einem Nachfolger. Zuvor schon war Finanzchef Gautam Gupta gegangen und auch Präsident Jeff Jones hatte nach nur rund einem halben Jahr hingeworfen.

Geschäftlich ging es zuletzt bergauf. Den letzte Woche vorgelegten Zahlen zufolge stiegen die Fahrten weltweit binnen eines Jahres um 150 Prozent. Der bereinigte Netto-Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal um 250 Millionen auf 1,75 Milliarden Dollar, während sich der Verlust auf 645 Millionen Dollar nach 708 Millionen. 2016 hatte Uber mehr als drei Milliarden Dollar Verlust ausgewiesen.

Wertvollstes Start-Up

Analysten sind allerdings skeptisch. Da das Unternehmen noch nicht an der Börse notiert ist, könne es sich aussuchen, welche Zahlen es bekanntgebe, sagte Jan Dawson von Jackdaw Research. Wenig vorteilhafte Entwicklungen würden eher nicht mitgeteilt.

Uber finanziert sich unter anderem durch Investoren, die im Gegenzug für Firmenanteile und die Aussicht auf künftige Gewinne Geld in das Unternehmen stecken. Deshalb kann sich die Firma rote Zahlen leisten. Mit einer Bewertung von 68 Milliarden Dollar ist Uber das weltweit wertvollste Start-up. Es hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und kooperiert mit über 1,5 Millionen Fahrern.

rtr/lg