Uber IPO

Aktie stürzt ab Uber auf dem Weg zum Wertvernichter?

Stand: 14.05.2019, 10:34 Uhr

Noch im vergangenen Herbst wurde der Fahrdienstanbieter Uber von den Banken mit 120 Milliarden Dollar bewertet. Inzwischen ist es nur noch die Hälfte. Wird Uber zum Wertvernichter?

Am Montagabend stürzte die Uber-Aktie an der New Yorker Börse um 10,75 Prozent auf 37,10 Dollar ab. Dabei lag bereits der erste Kurs beim Börsengang mit 42 Dollar bereits deutlich unterhalb des Ausgabekurses von 45 Dollar.

Und der befand sich bereits am unteren Ende der angepeilten Preisspanne von 44 bis 50 Dollar. Nach zwei Handelstagen notiert das Papier des Fahrdienst-Vermittlers nun gut 17 Prozent unter dem Ausgabepreis - ein Desaster.

Auch Facebook begann schwach

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Uber, das Börsenthema der Woche

Dass Aktien unter den Ausgabepreis fallen, ist gerade bei Internet-Firmen, die oft noch mit tiefroten Zahlen an die Börse gehen, nicht ungewöhnlich. Das war seinerzeit zum Beispiel auch bei Facebook der Fall, weil Anleger daran zweifelten, ob das Online-Netzwerk sein Geschäft auf Smartphones übertragen kann.

Facebook konnte jedoch sein Geschäft erfolgreich entwickeln und die Aktie ist jetzt vier Mal mehr wert als beim Börsendebüt. Aktien einiger anderen einstigen Hoffnungsträger wie Groupon dümpeln dagegen tief unter dem Ausgabepreis herum.

Stagnierende Umsätze

Uber verliert rund eine Milliarde Dollar pro Quartal - das liegt aber nicht nur an den Rabattschlachten im Fahrdienst-Geschäft, sondern auch an hohen Ausgaben zur Entwicklung eigener Technologie für selbstfahrende Autos.

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Börse 20.00 Uhr: Uber startet untertourig

Hinzu kommt: Die Nettoumsätze von Uber stagnieren seit drei Quartalen (bis zum Schlussquartal 2018). Uber erklärt dies mit dem Erfolg von Uber-Eats. Hier muss Uber einen Teil des Umsatzes an die Fahrer der Autos und die Restaurantbesitzer abgeben. Bei Fahrdienstleistungen werden nur die Fahrer bezahlt - und das im Branchenvergleich eher gering. Hinzu kommt der beinharte Wettbewerb mit Konkurrenten wie Lyft, der über die Fahrpreise geführt wird. 

Auch Lyft-Aktie bricht ein

Eine Investition in Uber ist damit eine Wette darauf, dass das Unternehmen zur einer führenden Plattform für den Transport von Menschen und Gütern werden kann. Allerdings fragen sich mehr Anleger inzwischen auch, ob im Geschäft der Fahrdienst-Vermittler am Ende überhaupt Geld verdient werden kann.

Es half auch nicht, dass wenige Tage vor der Uber-Aktienplatzierung der kleinere Rivale Lyft bei den ersten Quartalszahlen seit seinem eigenen Börsengang ein Milliarden-Minus meldete und für die nächste Zeit weitere Verluste in Aussicht stellte. Die Aktie, die Lyft noch zu einem Ausgabepreis von 72 Dollar an den Markt brachte, ging am Montag bei nur noch 48,15 Dollar aus dem Handel. Der Börsenwert von Lyft fiel an die Marke von 14 Milliarden Dollar.

lg/dpa-AFX