Elon Musk

Einigung gefordert Twitter-Streit: Elon Musk und SEC bekommen ein Ultimatum

Stand: 05.04.2019, 13:56 Uhr

Tesla-Aktionäre brauchen weiter starke Nerven. Während die Auslieferungsprobleme des Model 3 den Kurs unter Druck setzten, sorgt auch der Schlagabtausch zwischen der Finanzaufsicht SEC und Konzernchef Elon Musk wieder für Schlagzeilen.

Es geht um den Dauerstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC. Die wollte Musk eigentlich verbieten, weiterhin ein börsennotiertes Unternehmen zu führen, nachdem er im vergangenen Sommer ohne Rücksprache und ohne Vorankündigung in einem simplen Tweet den Rückzug Teslas von der Börse verkündet hatte.

Diese Aussage musste Musk allerdings keine drei Wochen später widerrufen. Dabei erklärte er, negative Reaktionen von Anlegern hätten ihn zum Rückzieher bewogen. Außerdem wäre das Vorhaben eine zu große Ablenkung für Tesla geworden.

Zick-Zack-Kurs

Der Zick-Zack-Kurs hatte jedoch die bereits laufenden Ermittlungen der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC zu Musks Aktionen noch befeuert. Nicht umsonst hatten zahlreiche Short-Seller beklagt, Musk wäre es mit seiner Ankündigung nur darum gegangen, sie mit Gewalt aus ihren Short-Positionen in der Tesla-Aktie zu drängen.

In einer von der Börsenaufsicht erzwungenen Erklärung musste sich Musk anschließend dazu verpflichten, Tweets, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, künftig vorher absegnen zu lassen. Doch weil das in der Praxis oft schwierig umzusetzen ist und Elon Musk ohnehin seinen eigenen Kopf hat, wirft ihm die SEC nun vor, genau gegen diese Auflage verstoßen zu haben.

SEC will Musk bestrafen

Die Behörde will Musk deshalb wegen Missachtung des Gerichts bestrafen lassen, was ihn schlimmstenfalls doch noch den Chefposten kosten könnte. Nun sollte der Fall bei Richterin Alison Nathan in New York verhandelt werden. Die traf jedoch vorerst keine Entscheidung und forderte Musk und die SEC auf, in den nächsten zwei Wochen eine einvernehmliche Einigung zu finden.

Musk sagte Reportern nach der Gerichtsanhörung, er sei "glücklich", "beeindruckt von der Analyse der Richterin" und habe "großen Respekt vor dem Rechtssystem". Im Sender CNBC zeigte er sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird.

Konkret geht es um einen Tweet von Mitte Februar, in dem Musk schrieb, Tesla werde 2019 rund 500.000 E-Autos produzieren. Teslas offizielle Prognose war jedoch eine andere. Obwohl Musk rasch zurückruderte und die Nachricht außerhalb des Börsenhandels absetzte, drängt die SEC auf Konsequenzen.

Schwierige Beziehung

Überraschend ist das Vorgehen der Börsenaufsicht nicht, hat sich doch Musk immer wieder einen verbalen Schlagabtausch mit der Behörde geliefert. So bezeichnete er die SEC in einem privaten Tweet als "Shortseller Enrichment Commission“. Ein provokantes Statement. Denn dadurch unterstellt er der Börsenaufsicht, sie würde auf der Seite der Shortseller stehen und ihnen zuarbeiten.

Damit beweist Musk einmal mehr, dass er Probleme hat, sich Anordnungen einer von ihm offensichtlich verachteten Behörde unterzuordnen.

lg/dpa