Jack Dorsey, Twitter

Im Kampf gegen Corona Twitter-Chef stiftet eine Milliarde

Stand: 08.04.2020, 12:51 Uhr

Twitter-Chef Jack Dorsey ist ein außergewöhnlicher Mensch - auch wegen seiner fragwürdigen Essgewohnheiten. Nun will er aus seinem Privatvermögen Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar für den Kampf gegen die Corona-Krise spenden.

Der 43-Jährige kündigte an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Bei den Mitteln handelt es sich um Anteile an dem von Dorsey gegründeten und als Vorstandschef geführten Bezahldienst Square.

Dorsey begründete die Spende damit, dass der Bedarf an finanziellen Mitteln immer dringender werde. Zudem wolle er die Auswirkungen "zu Lebzeiten" mitbekommen.

Die Initiative solle sich zunächst auf die Bewältigung der Corona-Pandemie konzentrieren. Danach werde sich der Fokus des Fonds auf "Gesundheit und Bildung von Mädchen" und ein bedingungsloses Grundeinkommen verlagern, so Dorsey weiter.

Ein extremer Typ

Der 43 Jahre alte Manager ist zuletzt weniger durch seine Großzügigkeit als durch seine ungewöhnlichen Maßnahmen zur Stressbewältigung aufgefallen. Angeblich zieht sich Dorsey gern zehn Tage zurück und meditiert dann von halb fünf morgens bis neun Uhr abends. Er liest, schreibt, redet nicht und benutzt kein elektronisches Gerät. Augenkontakt ist auch tabu.

Dazu gehört auch, dass er die acht Kilometer von seinem Haus ins Büro angeblich prinzipiell zu Fuß geht – auch bei schlechtem Wetter. Extrem sind zudem seine Essgewohnheiten. So isst Dorsey angeblich nur einmal am Tag und zwar abends. Besonders für die meisten Deutschen eine ungewöhnliche Entscheidung, nehmen viele hier doch nur "Abendbrot", also wenig zu sich. Ganz anders Dorsey. Irgendwann zwischen 18:30 Uhr und 21 Uhr stopft er sich mit allem voll, was der Kühlschrank hergibt.

Hungern am Wochenende

Dann gibt es Fisch, Hühnchen, Steak mit Salat, Spinat, Spargel oder Rosenkohl. Als Dessert gönnt er sich Beeren oder dunkle Schokolade. Manchmal trinkt er auch Rotwein. Die ersten zwei Wochen seiner Ernährungsumstellung seien hart für Dorsey gewesen, wie er im Podcast erzählt, aber er habe Veränderungen bemerkt: "Tagsüber fühle ich mich viel fokussierter", sagte er. "Die Zeit, die ich vom Frühstück und Mittagessen zurückbekommen habe, hat es mir erlaubt, mich mehr auf meinen Tag zu konzentrieren." Zudem sagt er, dass er besser schlafe und schneller einschlafen kann.

Noch extremer geht der Twitter-Chef am Wochenende vor. Dann isst er nämlich so gut wie gar nichts. Sowohl am Freitagabend als auch am Samstag bleibt der Magen leer. Seine erste Mahlzeit nimmt Dorsey erst wieder sonntagabends ein - sagt er. Dazwischen trinke er nur Wasser.

"Das erste Mal, also an Tag drei, hatte ich das Gefühl, dass ich halluziniere. Es war ein seltsamer Zustand. Bei den nächsten zwei Malen wurde mir klar, wie viel von unseren Tagen mit Essen zu tun hat", erklärte Dorsey.

Hat Dorsey eine Essstörung?

Hat der Mann eventuell eine Essstörung? Möglich ist es. Fasten kann schnell zur Magersucht degenerieren. Und ob Intervallfasten tatsächlich gesund ist, steht noch nicht fest. Bislang existieren nur wenige langfristige medizinische Studien. Noch extremer als Dorsey hungert übrigens Phil Libin, der frühere Vorstandschef von Evernote, einem Online-Dienst für Notizen. Libin fastet nach eigenem Bekunden zwischen zwei und acht Tagen am Stück, im Wechsel mit einem ebenso langen Zeitraum, in dem er regelmäßig isst.

lg