Tweets by Trump

US-Präsident droht sozialen Medien Twitter checkt Trump - und bekommt Ärger

Stand: 27.05.2020, 15:03 Uhr

Ausgerechnet sein Lieblingsmedium: Erstmals hat Twitter einen Tweet von Donald Trump mit einem Faktencheck zerpflückt. Nun droht der US-Präsident sozialen Netzwerken mit der Schließung - und wirft ihnen Einmischung in den Wahlkampf vor.

Mal wieder hat Donald Trump seinem Ärger über die angebliche Linkslastigkeit sozialer Medien freien Lauf gelassen und den Plattformen mit neuer Regulierung oder sogar Schließung gedroht. Viele Republikaner wie er hätten das Gefühl, dass die sozialen Medien konservative Stimmen "komplett verschweigen", schrieb Trump am Mittwoch - natürlich auf Twitter. Um dem entgegenzuwirken, werde die Regierung "sie streng regulieren, oder ganz schließen", drohte er. Trump nannte dabei keine Plattform beim Namen.

In der Vergangenheit hatte er sich schon öfter über Facebook beschwert. Jetzt richtet sich seine Ansage jedoch vermutlich gegen Twitter - ausgerechnet. Das soziale Netzwerk ist für Trump ein wichtiges politisches Sprachrohr. Dort setzt er täglich Tweets ab und erreicht immer wieder direkt seine 80 Millionen Follower.

Warnhinweise und Links ergänzt

Erstmals hatte der US-Konzern am Dienstag einen Tweet Trumps einem Faktencheck unterzogen und darin einige Äußerungen des US-Präsidenten als falsch bezeichnet. Zudem wurde die Nachricht mit Warnhinweisen versehen.

Trump hatte ohne Belege behauptet, dass Briefwahl Wahlbetrug Vorschub leiste. Im Bundesstaat Kalifornien geplante erweiterte Optionen der Stimmabgabe per Brief hätten eine "manipulierte Wahl" zur Folge. Stimmzettel würden gestohlen, gefälscht, illegal ausgedruckt und betrügerisch ausgefüllt werden, so Trump.

Twitter ergänzte diesen Tweet um einen Link mit dem Hinweis: "Erfahren Sie die Fakten über Briefwahl". Der Link führte zu einer Twitter-Seite, in der Trumps Behauptungen als "fälschlich" und "unbegründet" zurückgewiesen wurden.

"Twitter unterdrückt die Redefreiheit völlig"

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: imago images / ZUMA Wire

Daraufhin warf Trump Twitter vor, sich in die Wahl einzumischen, bei der er im November für eine zweite Amtszeit kandidiert. "Twitter unterdrückt die Redefreiheit völlig, und ich als Präsident werde das nicht zulassen", wetterte Trump. Eine Briefwahl in den USA gilt als Vorteil für die Demokraten.

Nicht immer scheinen Trumps Ausführungen der Wahrheit zu entsprechen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" haben die Faktenchecker der "Washington Post" seit Beginn seiner Amtszeit bis Ende Januar über 16.000 falsche oder fehlleitende Aussagen gezählt.

Verschärfte Regeln bei Twitter

Mit den jüngsten Maßnahmen wandte der Kurznachrichtendienst seine kürzlich verschärften Regeln gegen die Verbreitung irreführender Informationen an. Die Twitter-Notiz über die Briefwahl entspreche dem neuen Vorgehen gegen irreführende Informationen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Bisher hatte das Unternehmen die Warnungen vor falschen Fakten nur sparsam gegen politische Persönlichkeiten eingesetzt - so etwa bei Tweets der Präsidenten Brasiliens und Venezuelas. Diese hatten gegen die Corona-Regeln von Twitter verstoßen.

tb