Twitter-App auf einem Smartphone-Display

Erstes Jahr mit schwarzen Zahlen Ist Twitter jetzt erwachsen?

Stand: 07.02.2019, 13:27 Uhr

Der Kurznachrichtendienst hat erstmals in seiner Geschichte einen Jahresgewinn erzielt. Allerdings verliert Twitter immer mehr Nutzer. Und auch der Ausblick klingt enttäuschend. Die Börse reagiert knallhart.

Die Twitter-Aktien sacken im frühen Handel an der Wall Street um über acht Prozent ab. Damit notieren sie in etwa wieder da, wo sie vor einem Monat lagen. Immerhin: Auf Einjahres-Sicht liegen die Internet-Titel noch 36 Prozent im Plus.

Zu verhaltener Ausblick

Wieder einmal war es der Ausblick, der die Anleger aus den Aktien treibt. Für das laufende Quartal stellte Twitter lediglich einen Umsatz zwischen 715 und 775 Millionen Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit mehr gerechnet.

Dahinter verblassten die guten Jahreszahlen. Twitter schaffte es erstmals in seiner fast 13-jährigen Firmengeschichte, ein ganzes Jahr mit einem Gewinn abzuschließen. Der Kurznachrichtendienst verdiente 1,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte es noch einen Verlust von gut 108 Millionen Euro gegeben.

Die Einnahmen stiegen um rund ein Viertel auf drei Milliarden Dollar. Das Geschäft wurde vor allem von der gestiegenen Nachfrage nach Video-Werbezeit angekurbelt.

Neun Millionen weniger monatlich aktive Nutzer

Andererseits setzte sich der Kundenschwund fort. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer sank im vierten Quartal auf 321 Millionen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch neun Millionen mehr gewesen. Das Management von Twitter begründet den Rückgang mit dem Löschen von Konten wegen Hassbotschaften und Fake-News.

Selbst der treueste Twitter-Fan, US-Präsident Donald Trump, konnte den Kundenschwund nicht eindämmen. Trump twittert nahezu täglich seine neuesten Botschaften.

Twitter setzt jetzt auf eine andere Kennziffer

In der Branche gelten die Nutzerzahlen als Hinweis auf das künftige Wachstumspotenzial. Manche Analysten fürchten bereits, dass Twitter seine besten Zeiten hinter sich hat. Dem will Twitter vorbeugen. Künftig wird der Kurznachrichtendienst die Zahl der monatlich aktiven Nutzer nicht mehr veröffentlichen. Stattdessen wird nun über die Zahl der täglichen Nutzer informiert. Hier verzeichnete Twitter einen Zuwachs gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozent auf 126 Millionen User. Zum Vergleich: Snapchat kam zuletzt auf 186 Millionen täglich aktive Nutzer. Bei Facebook sind es 1,52 Milliarden User.

nb