TUI-Chef Friedrich Joussen

Aktionärsrevolte blieb aus Tui-Vorstände dürfen sich auf Boni freuen

Stand: 12.02.2020, 12:31 Uhr

Trotz der erbitterten Kritik von Aktionärsschützern hat der Reisekonzern Tui auf seiner Hauptversammlung ein neues Vergütungssystem für seine Topmanager beschlossen.

In einem nicht bindenden Votum wurde das neue Vergütungssystem auf der Hauptversammlung des Reisekonzerns in der Tui-Arena in Hannover mit 80 Prozent der Stimmen angenommen.

Das bestehende Vergütungssystem hätte sonst für Joussen & Co. für das abgelaufene Geschäftsjahr gnadenlos zugeschlagen: Die variable Vergütung wäre komplett ausgefallen. Joussen hätte "nur" sein Grundgehalt von 1,1 Millionen Euro bekommen.

"Das ist unanständig"

Das hat Tui-Aufsichtsratschef Dieter Zetsche nun erfolgreich verhindert. Der ehemalige Daimler-Chef hatte bereits im Vorfeld der Hauptversammlung für eine Rückkehr zum erst vor zwei Jahren abgeschafften alten Vergütungsmodell plädiert.

Daimler AG-Chef Dieter Zetsche nachdenklich

Fand die 1,1 Millionen Euro für Joussen zu wenig: Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche. | Bildquelle: Imago

Aktionärsschützer reagierten empört auf die neuerliche Änderung des Vergütungssystems: "Faktisch handelt es sich um eine Erhöhung der Vergütung. Das ist aus unserer Sicht Rosinenpickerei. Das ist unanständig", kritisierte etwa Alexander von Vietinghoff-Schell von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Kursverfall und Dividendenkürzung

Im Gegensatz zum Vorstand bekommen die Aktionäre der Tui AG die Probleme des Konzerns wie etwa das Startverbot für die Boeing 737 MAX – ein enormer wirtschaftlicher Schaden für die Tui-Flotte - voll zu spüren.

Tui

Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
5,78
Differenz relativ
-0,14%

Nicht nur dass die Tui-Aktie 2019 in einem steigenden Gesamtmarkt Kursverluste von elf Prozent einfuhr. Auf der Hauptversammlung wurde auch noch eine Kürzung der Dividende um 25 Prozent auf 0,54 Euro je Aktie beschlossen.

ag