Frau auf einer Sonnenliege am Strand

Hitzewelle bremst Reiselust Tui: Kunden schwitzen lieber zu Hause

Stand: 09.08.2018, 14:47 Uhr

Das fantastische Sommerwetter ist schlecht für den Reiseveranstalter Tui: Anstatt in den Süden zu ziehen, machen viele Menschen lieber Ferien in Balkonien. Mit dem erhofften Wachstum könnte es also schwierig werden, fürchten die Anleger.

Die Tui-Aktie büßt mehr als fünf Prozent auf rund 16,5 Euro ein. Zeitweise war das Papier sogar bis unter die Marke von 16 Euro gerutscht. Wer schon länger bei Tui an Bord ist, dürfte die Kursverluste leicht verschmerzen. Aber zumindest in den vergangenen drei Monaten lief es mit einem Minus von mehr als zehn Prozent doch recht bescheiden.

Warum in die Ferne schweifen…?

Das liegt am Wetter – diesen Satz hört man oft in den vergangenen Wochen in allen möglichen Zusammenhängen. So ähnlich klingt auch, was das Tui-Management zur aktuellen Lage des Reisekonzerns sagen hat: Vorstandschef Fritz Joussen bestätigte heute zwar die die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Er erklärte aber, dass viel mehr als ein Anstieg des bereinigten Ebita um zehn Prozent nicht drin sei.

Dafür fehle das Geschäft mit den Kurzentschlossenen, die es bei dem anhaltend guten Wetter in den heimatlichen Gefilden anders als sonst nicht in den Süden ziehe. Wettbewerber Thomas Cook hatte deswegen zuletzt seine Jahresprognose eingeschränkt.

Der Markt ist skeptisch

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni steigerte Tui den Umsatz auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent auf 5 Milliarden Euro. Das um Sonderposten bereinigte Ebita ging wegen des schwachen britischen Pfund im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen um 13 Prozent auf 193 Millionen Euro zurück.

„Der Markt scheint skeptisch gegenüber dem Versprechen von Tui zu sein, die Prognose für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Experte Russ Mould von AJ Bell und verwies dabei auf Thomas Cook.

ts