Passagiere auf dem Tui- Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 3
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Neue Schiffe Tui: Kreuzfahrt ins Glück?

Stand: 13.02.2018, 10:24 Uhr

Der weltgrößte Tourismuskonzern Tui hat die Air-Berlin-Pleite gut weggesteckt – dank der gut laufenden Geschäfte mit Hotels und Kreuzfahrten.

In der Tourismusbranche ist nicht immer alles eitel Sonnenschein – vor allem nicht im Winter. Traditionell fällt im ersten Quartal, das beim Reisekonzern Tui von Oktober bis Dezember reicht, ein Verlust an. "Saisontypisch" heißt es dazu bei Branchenkennern.

Neue Schiffe beflügeln das Geschäft

Da ist eine Verringerung dieses "saisontypischen" Verlustes, wie es Tui nun vollbracht hat, schon eine bemerkenswerte Leistung. Die Hannoveraner reduzierten das Minus im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 99,6 Millionen Euro.

Der Verkauf von drei Riu-Hotels spülte ordentlich Geld in die Kassen. Zugleich florierte das Kreuzfahrtgeschäft: 27 Prozent mehr Umsatz machte Tui allein in diesem Segment. Die Inbetriebnahme von "Mein Schiff 6" und der "Marella Discovery" im Mai 2017 trugen dazu maßgeblich bei.

Der Sommer kann kommen

Dagegen schlug die Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki mit 20 Millionen Euro negativ zu Buche. Früheren Angaben zufolge sieht Tui-Chef Friedrich Joussen die Folgen der Air-Berlin-Pleite nun allerdings als weitgehend bewältigt an.

Weitere Details und einen Ausblick auf die weitere Ausrichtung des weltgrößten Reisekonzerns wird Joussen heute auf der Hauptversammlung in Hannover bekannt geben.

Die am Morgen veröffentlichten Zahlen zeichnen allerdings ein positives Bild: So verzeichnete Tui für den Sommer bis zuletzt ein Buchungsplus von 6 Prozent. Die Umsätze im Veranstaltergeschäft für den bevorstehenden Sommer gingen sogar um 8 Prozent nach oben.

Türkei wieder im Kommen

In den wachsenden Sommerbuchungen sei eine Rückkehr der Türkei und auch Ägyptens als Reiseziele erkennbar, erklärte Tui-Chef Fritz Joussen vor Beginn der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover.

Die Türkei-Buchungen aus Deutschland seien um 50 Prozent gestiegen gegenüber dem Vorjahr, als Anschläge und politische Krisen die Erholungssuchenden verunsicherten.

Aktie auf Rekordhoch

Auch Griechenland oder Zypern seien wieder gefragt, nachdem die Urlauber in Europa im vergangenen Jahr Spanien oder Portugal vorgezogen hatten. Für die Reiseveranstalter ist das vorteilhaft, da sie wegen der niedrigeren Kosten in der Türkei besser verdienen als in Spanien.

Am Markt kommen die frischen Zahlen und der Ausblick gut an. Die in London notierten Aktien legen 4,6 Prozent zu und sind mit 1667,5 Pence so teuer wie nie.

Frau auf einer Sonnenliege am Strand
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Tui - das schwierige Geschäft mit den schönsten Wochen

ag