Frau im Liegestuhl am Strand

Sonderbelastungen wegen Boeing-Jets Tui droht turbulenter Sommer

Stand: 15.05.2019, 08:41 Uhr

Der vergangene Hitzesommer machte der Tui schwer zu schaffen. Auch in diesem Jahr droht das Sommergeschäft schwierig zu werden. Wegen des Flugverbots für die Boeing-Maschinen 737 MAX wird der Gewinn einbrechen.

Weil die Unglücksflugzeuge von Boeing vorerst nicht abheben dürfen, rechnet die Tui mit Sonderkosten von 200 Millionen Euro. Sollten die 737-MAX-Flieger noch länger als Mitte Juli gesperrt bleiben, könnte Tui dies zusätzliche 100 Millionen kosten.

Lange Schlangen am Frankfurter Flughafen Audio

Börse 16.00 Uhr Tui belastet durch Boeing-Unglücksmaschine

Wenn bis Ende Mai nicht hinreichend sicher sei, dass die Boeing-Maschinen wieder abheben können, werde Tui Ersatzmaßnahmen wie Leasingverträge für andere Jets für den Rest des Sommers vollständig verlängern müssen, warnte der Reisekonzern bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwoch. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Tui-Chef Fritz Joussen beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebita) mit einem Einbruch um bis zu 26 Prozent.

Halbjahresverlust deutlich höher

Im vergangenen Winterhalbjahr bis Ende März trieb das Flugverbot für die Boeing-Maschinen den Tui-Konzern bereits tiefer in die roten Zahlen. Der saisontypische Nettoverlust erhöhte sich um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro. Und das obwohl der Umsatz um knapp zwei Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg.

Zudem halten sich die Kunden mit Urlaubsbuchungen zurück. Das Geschäft für den Sommer läuft nur schleppend an. Die Buchungen lägen drei Prozent niedriger als im Vorjahr, teilte die Tui mit. Zugleich seien die Gewinnspannen für den Veranstalter geringer als noch 2018.

Rekordsommer drückte die Margen

Im vergangenen Sommer hatte Tui wie andere Veranstalter die Zurückhaltung vieler Kunden zu spüren bekommen. So blieben viele Menschen in Mittel- und Nordeuropa sowie in Großbritannien angesichts der heißen Temperaturen in ihrer Heimat einfach zu Hause. Andere buchten Auslandsreisen erst auf den letzten Drücker. Der dadurch beförderte Preiskampf im Last-Minute-Geschäft drückte bei den Veranstaltern auf den Gewinn. Die Tui musste eine Gewinnwarnung machen.

Angesichts der jüngsten Pleiten und Übernahmen im Luftfahrtgeschäft sieht Joussen den Konzern gut gerüstet: "Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird Tui stärker, effizienter und profitabler hervorgehen."

nb