Donald Trump

Der "Volfefe" Trump-Tweets bekommen eigenen Index

Stand: 10.09.2019, 10:46 Uhr

Ein einzelner Tweet des amerikanischen Präsidenten kann Milliarden an den Kapitalmärkten bewegen. Grund genug für die US-Bank JPMorgan, einen eigenen Index für Trumps Twitter-Aktivitäten zu schaffen.

Seit seiner erfolgreichen Wahl zum US-Präsidenten hat Donald Trump mehr als 10.000 Tweets in die Welt gesetzt - das sind im Schnitt mehr als zehn pro Tag. Nie zuvor gab es schnellere und ungefiltertere Informationen über die amerikanische Wirtschaftspolitik.

Kein Wunder, dass Trumps Äußerungen den Markt bewegen. Denn Profis und Investmentbanken nutzen vollautomatische Programme für den Handel. Dabei sorgt ein Algorithmus mithilfe von Marktdaten und Kursmustern dafür, dass kleinste Kursschwankungen schnelle Käufe oder Verkäufe auslösen.

Tweets lassen Märkte schwanken

Im Mai etwa hatte Trump über Twitter angekündigt, neue Zölle auf chinesische Waren im Wert von 100 Milliarden Dollar zu verhängen. Die Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China war damit zerstört. Dax und EuroStoxx 50 stürzten um zwei Prozent ab, die Börse in Shanghai gar um fast sechs Prozent.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.447,31
Differenz relativ
-0,08%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.550,98
Differenz relativ
-0,05%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.008,98
Differenz relativ
+0,12%

Am 1. August das gleiche Spiel: Wieder gab Trump neue Strafzölle bekannt, wieder sackten die Märkte ab. Der US-Börsenindex S&P 500 rauschte um fast zwei Prozent nach unten.

146 der 4.000 Trump-Tweets, die er während der Börsenzeiten absetzte, haben nach Angaben von JPMorgan die Kurse nachweislich beeinflusst. Unter anderem auch die der Anleihemärkte. Bereits innerhalb von fünf Minuten nach Veröffentlichung habe es eine Veränderung von mindestens 0,5 Prozent bei den amerikanischen Staatsanleihen gegeben.

Der Volfefe-Index

Deshalb hat die US-Investmentbank nun einen neuen Index eingeführt - den "Volfefe"-Index. Dieser Name dürfte Trumps Followern bekannt sein. "Fefe" war Bestandteil eines Tweets vom Mai 2017, als er sich vertippt hatte. Bis heute ist nicht klar, was er damit gemeint hatte. "Vol" steht hingegen für Volatilität.

Und die hat Trump häufig erzeugt - besonders wenn die Schlagwörter "China", "Billion" oder "Products" auftauchten. Der Volfefe-Index steigt, je mehr Tweets von Trump Auswirkungen auf die Börse haben. Daher ist er für JPMorgan keine Spielerei, sondern Teil der Risikoanalysen.

tb