Colin Kaepernick
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Kritik an Werbekampagne mit Footballer Kaepernick Trump bremst Nike-Aktie aus

Stand: 05.09.2018, 11:51 Uhr

Zum 30. Geburtstag seines Werbeslogans "Just Do it" hat Nike Football-Star Colin Kaepernick verpflichtet. US-Präsident Trump und zahlreiche Amerikaner reagieren empört. Die Nike-Aktie kommt von ihrem guten Lauf ab.

"Schafft den Hurensohn vom Feld", hatte Donald Trump einst geschimpft, als sich vor zwei Jahren der Football-Quarterback Kaepernick während der amerikanischen Hymne hinkniete, um gegen Polizei-Brutalität und Rassismus zu protestieren. Viele andere meist schwarze Sportler folgten dem Beispiel Kaepernicks. Zum Ende der Saison 2016/17 entließen die San Francisco 49ers ihren Spielmacher. Seitdem findet er keine neue Mannschaft mehr.

Neuer Werbebotschafter von Nike

Nun ist der beschimpfte "Hurensohn" das neue Werbegesicht von Nike. Im Rahmen "Just Do it!"-Kampagne wirbt er mit den Worten: "Glaube an etwas! Selbst wenn es bedeutet, alles zu opfern." Zudem will Nike Schuhe und T-Shirts mit dem Namen des Spielers vertreiben.

Die Werbeanzeige mit dem umstrittenen Sportler sorgte für heftige Proteste. Die Zusammenarbeit von Nike mit Kaepernick sende eine furchtbare Botschaft aus, wetterte US-Präsident Trump auf der konservativen Internetseite "The Daily Caller". Er verwies darauf, dass Nike in New York Mieter in einem seiner Gebäude sei. "Sie zahlen viel Miete."

Nutzer rufen zum Nike-Boykott auf

In den sozialen Netzwerken riefen mehrere Amerikaner zum Boykott von Nike auf. Ein paar Nutzer veröffentlichten Videos, auf denen sie Schuhe und Socken des Sportartiklers verbrennen. "Ich als Amerikaner kann Euer Unternehmen nicht länger unterstützen", twitterte ein User und warf drei Paar Turnschuhe in den Kamin.

Die Trump-Attacke und die Proteste in den sozialen Medien zwangen die Nike-Aktie in die Knie. Sie büßte am Dienstag über drei Prozent ein und war größter Dow-Verlierer. In den letzten zwölf Monaten war der Dow-Titel um über 50 Prozent gestiegen.

Kooperation auch mit LeBron James

Der nordamerikanische Marken-Vizepräsident für Nike, Gino Fisanotti, verteidigte im Fernsehen den Werbebotschafter-Deal mit Kaepernick. "Wir glauben, Colin ist einer der inspirierendsten Sportler seiner Generation, der die Plattform Sport dazu nutzte, um die Welt zu verbessern", sagte er dem TV-Sender ESPN.

Neben Kaepernick sind unter anderem auch die Tennis-Spielerin Serena Williams und der Basketball-Star LeBron James Teil der "Just Do it!"-Kampagne. James ist ebenfalls ein Kritiker von US-Präsident Trump und war von diesem kürzlich ebenfalls scharf angegriffen worden.

nb