Trivago Rezeption
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Immer noch in der Verlustzone Gewinnwarnung bei Trivago

Stand: 06.09.2017, 15:14 Uhr

Das Vergleichsportal Trivago korrigiert seine Ziele für 2017. Die Anleger reagieren geschockt. Wollte der Hotelpreis-Finder aus Düsseldorf zu viel?

Die Erwartungen für das Jahr 2017 fallen lascher aus als zuvor erwartet. Man glaube zwar an ein positives Ebitda - aber eins, das unter dem von 2016 liege. Was genau das bedeutet, ließ man nicht verlauten. Trivago erwartet nun ein Umsatzwachstum von 40 Prozent für 2017.

Eine Ankündigung mit großer Wirkung. Die Trivago-Aktie stürzt zeitweise um rund 29 Prozent ein. Das Unternehmen hat bisher eine kurze Börsenkarriere hinter sich, die Düsseldorfer sind seit Dezember letzten Jahres auf dem Parkett unterwegs.

Das Internetportal gehört seit 2012 mehrheitlich der US-Reisesuchmaschine Expedia. Auch Expedia gab um über drei Prozent nach.

Mit dem zweiten Quartal zufrieden

Im zweiten Quartal sei das Ebitda von Trivago um knapp eine Millionen Euro auf 3,2 Millionen gestiegen. Die Umsätze kletterten um 67 Prozent auf 298 Millionen Euro.

Unterm Strich kam aber ein Verlust von 3,4 Millionen Euro heraus. Allerdings: Im Vorjahresquartal hatte der noch 49,9 Millionen betragen.

Mit dem zweiten Quartals 2017 zeigte sich CEO Rolf Schroemgens durchaus zufrieden: "Wir können auf ein sehr starkes Quartal zurück blicken", hieß es.

Trivago verweist darauf, dass das Jahr 2016 äußerst stark gewesen sei. Auch deshalb müsse man die Prognose kürzen. Zudem habe man unter Währungseffekten gelitten, der starke Euro habe Trivago zu schaffen gemacht.

Wichtige Kennzahlen gesunken

Die korrigierte Prognose sei ebenfalls darauf zurückzuführen, dass man weniger Geld in Marketing und Werbung gesteckt hätte. Damit sei allerdings auch der Verkehr, zu neudeutsch Traffic, auf der Seite gesunken.

Die Kennzahl "Return on Advertising Spend" sank leicht. Sie wird bei der Beurteilung von Werbeanzeigen und Kampagnen herangezogen. Und ist vergleichbar mit dem ROI, bezieht sich aber auf den erzielten Gewinn pro Werbeausgabe. Das ROAS von Trivago sank von 115 Prozent auf 113.

Ebenfalls gesunken sei die für Trivago wichtigste Kennzahl, das RPQR. Diese Zahl misst die Erlöse, die aus "qualifizierten Verweisen" stammen. Kunden klicken auf viele Hotels - sie buchen aber vermutlich nur eins. Diese Buchung gilt dann als qualifizierter Verweis.

In 55 Ländern vertreten

Trivago hat große Konkurrenz: Der Online-Hotelmarkt sei riesig und wachse schnell, heißt es in einer Unternehmenspräsentation.

2005 wurde Trivago in Düsseldorf von drei Studienkollegen gegründet. Es gilt als eines der erfolgreichsten deutschen Startups der vergangenen zehn Jahre.

In 55 Ländern kann man über Trivago seinen Urlaub buchen. 2018 soll ein neuer Campus in Düsseldorf bezogen werden.

cw