Boeing, Corporate Offices
Audio

Neue Probleme Triebwerksprobleme: Boeing verschiebt Einführung von 777-8

Stand: 16.08.2019, 06:58 Uhr

Der Flugzeughersteller Boeing muss nach dem Debakel mit der 737 Max den nächsten großen Rückschlag verkraften. Der Ultralangstreckenflieger 777-8 wird später auf den Markt kommen als erhofft. Konkurrent Airbus dürfte jubeln.

Man habe den Zeitplan des Entwicklungsprogramms für die Variante 777-8 überprüft und angepasst, teilte Boeing mit. Der Konzern will aber an dem Modell festhalten und arbeite eng mit dem Triebwerklieferanten GE zusammen. Boeing hatte vor drei Wochen in Chicago mitgeteilt, bei der 777X gebe es wegen Problemen mit den Triebwerken "erhebliche Risiken für den Zeitplan".

Die Baureihe 777-9, die eine kürzere Reichweite hat, will Boeing aber weiterhin ab dem Jahr 2020 ausliefern. Hier hatte das Unternehmen aus Seattle seinen Zeitplan bereits vor einigen Wochen nach hinten geschoben. So soll der erste Flug erst Anfang 2020 stattfinden, die ersten Auslieferungen erst später im Jahr.

Vorteil Airbus

Von der Verzögerung für die Boeing 777-8 dürfte der europäische Konkurrent Airbus profitieren. Denn bisher war die australische Fluggesellschaft Qantas davon ausgegangenen, dass sie von den beiden Flugzeugbauern bereits im August Angebote für neue Ultralangstreckenflieger vorliegen hat. Hintergrund ist die für das Jahr 2023 geplante Direktverbindung zwischen Sydney und London. Hierfür wird ein Flugzeugmodell benötigt, das die 17.000 Kilometer lange Strecke ohne Unterbrechung in rund 21 Stunden fliegen kann. Neben der Boeing 777-8 gilt dafür der Airbus A350-900ULR mit einer Reichweite von knapp 18.000 Kilometern als heißester Kandidat.

Der amerikanische Konzern hatte bereits im zweiten Quartal die Folgen des Auslieferungsstopps des Unglücksfliegers 737 MAX zu spüren bekommen. Unter dem Strich stand ein Defizit von mehr als 2,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar gegeben.

ME

1/10

Vom Doppeldecker zum Dreamliner Über 100 Jahre Boeing

Boeing 247D über New York City

Die ab Mitte 1932 gebaute zweimotorige Boeing 247 gilt als eines der ersten modernen Flugzeuge seiner Art. Die B-247 war neben einem Autopiloten auch mit einer Enteisungsanlage, einem Einziehfahrwerk sowie Verstellpropellern und mit verkleideten und an der Tragflügelvorderkante angebrachten Motoren ausgerüstet. Sie bot neben drei Besatzungsmitgliedern Platz für zehn Passagiere. Allerdings wurden nur 75 Exemplare verkauft, darunter zwei an die Lufthansa.