Eingang zu einem Outlet-Center im elsässischen Roppenheim mit den Logos von Adidas und Reebok

Pressegerücht Trennt sich Adidas von Reebok?

Stand: 22.10.2020, 15:30 Uhr

Mit dem Kauf der Marke Reebok wollte Adidas in den USA so richtig durchstarten. Doch das gelang den Franken nicht. Reebok war jahrelang das große Sorgenkind. Nun will Adidas angeblich die Marke loswerden.

Nach 14 Jahren erwägt der Herzogenauracher Sportartikel-Ausrüster die Trennung von Reebok. Die Entscheidung, das langjährige Sorgenkind zu verkaufen, sei gefallen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag in seiner neuen Ausgabe. Vorstandschef Kasper Rorsted habe intern ein Team mit der Trennung von Reebok betraut und wolle die Transaktion bis März 2021 abschließen.

Nicht profitabel genug

Mit der Konzentration auf das Fitness-Segment hatte Reebok zwar die Gewinnschwelle erreicht. Doch das von Rorsted verlangte "profitable Wachstum" blieb weitgehend aus. 2019 war die Marke nur um zwei Prozent gewachsen und damit deutlich schwächer als Adidas selbst. Adidas-Chef Rorsted war deshalb schon im März verbal auf Distanz zu Reebok gegangen. "In der neuen Strategie wird Reebok seinen Platz finden - oder auch nicht", sagte er damals.

Im Frühjahr 2021 will Rorsted die neue Fünf-Jahres-Strategie des deutschen Sportartiklers präsentieren. Dieser Termin war aufgrund der Corona-Krise verschoben worden.

Adidas hatte Reebok 2006 für 3,1 Milliarden Euro gekauft, um dem größeren US-Rivalen Nike auf dessen Heimatmarkt Amerika Paroli zu bieten. Zuletzt stand Reebok für weniger als ein Zehntel des Adidas-Umsatzes. Nach mehreren Wertberichtigungen wurde die Marke Ende 2019 mit 842 Millionen Euro in den Büchern von Adidas aufgeführt.

Adidas-Anleger jubeln

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
271,20
Differenz relativ
-1,27%

An der Börse kam die mögliche Trennung von Reebok gut an: Die Adidas-Aktie legte gut drei Prozent zu auf ein Vier-Wochen-Hoch von 283,40 Euro und erklomm die Dax-Spitze. Am Morgen waren die Titel zeitweise bis auf knapp über 270 Euro abgesackt und so unter ihre mittelfristige 50-Tage-Trendlinie gerutscht.

Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Investmentbank RBC begrüßte die mögliche Reebok-Trennung. Das würde die Konzernprofitabilität verbessern, und obendrein winke ein Erlös in Milliardenhöhe, der reinvestiert oder an die Anleger ausgeschüttet werden könne. Den Reebok-Wert taxiert er zwischen 1,9 und 3,6 Milliarden Euro. Leicht negativ wertet er vor diesem Hintergrund insbesondere das Timing, denn in der Corona-Krise könnte der Erlös geringer ausfallen.

Kein Glück mit der Golf-Tochter

Auch mit anderen Zukäufen hatte Adidas kein gutes Händchen. TaylorMade Golf, die Golf-Tochter, wurde 2017 mit hohem Verlust losgeschlagen.

Adidas lehnte eine Stellungnahme zum Pressebericht über einen möglichen Reebok-Verkauf ab. "Marktgerüchte kommentieren wir nicht", sagte eine Adidas-Sprecherin.

nb