MAN-Logo in dem sich ein LKW spiegelt

Traton: Squeeze-out verzögert sich MAN-Aktie stürzt ab

Stand: 18.09.2020, 11:30 Uhr

Anders als bislang geplant will die VW-Lastwagentochter den Lkw- und Buskonzern MAN doch noch nicht in diesem Jahr von der Börse nehmen. Die Anleger treten die Flucht an.

Die Aktien von MAN brechen als Reaktion auf die Ankündigung zeitweise um mehr als 17 Prozent auf rund 43,50 Euro ein. Damit sind die Kursgewinne, die MAN seit Anfang April eingefahren hatte, fast aufgebraucht. Damals kosteten die Titel rund 40 Euro, vor dem Absturz mussten Investoren mehr als 52 Euro bezahlen. Die im SDax gelisteten Traton-Papiere gaben um mehr als ein halbes Prozent nach.

MAN solle sich zunächst auf den jüngst angekündigten Umbau und die Bewältigung der Corona-Krise konzentrieren, hieß es in der Mitteilung von Traton. 2021 solle MAN ganz in Traton integriert werden. Traton hält über 94 Prozent der MAN-Anteile.

Bei der MAN Truck & Bus wollen Volkswagen und Traton wie vergangene Woche mitgeteilt bis zu 9.500 der weltweit rund 36.000 Stellen streichen, um die Kosten zu senken. Traton hatte im Februar angekündigt, MAN von der Börse nehmen zu wollen.

Ist Navistar der Grund?

Da die geplante Übernahme des US-Truckherstellers Navistar wohl teurer werde als ursprünglich gedacht, wolle die VW-Nutzfahrzeugholding Traton wohl ihr Geld zusammenhalten, sagte ein Marktteilnehmer. Den MAN-Minderheitsaktionären müsste der so genannte Squeeze-out mit einer sachgerechten Abfindung versüßt werden. Zum derzeitigen Aktienkurs müsste Traton dafür weit mehr als 400 Millionen Euro ausgeben.

Traton Trucks. | Bildquelle: Traton

VW hatte das Gebot für Navistar zuletzt auf 43 US-Dollar je Aktie aufgestockt und bietet damit für die restlichen Anteile insgesamt 3,6 Milliarden US-Dollar. Doch den anderen Navistar-Eignern ist das noch nicht genug, auch die neue Offerte werde dem Wert von Navistar und einem Zusammenschluss nicht gerecht, hieß es von den Amerikanern.

ts