Traton-Unternehmenszentrale in München

Folge der Corona-Pandemie Traton bleibt auf seinen Lkws sitzen

Stand: 22.04.2020, 10:08 Uhr

Die beschleunigte Talfahrt des Nutzfahrzeuggeschäfts infolge der Coronakrise hat dem zum VW-Konzern gehörenden Lastwagen- und Bushersteller Traton einen Gewinneinbruch eingebrockt. Eine Jahresprognose gibt es erstmal nicht.

Das operative Ergebnis sackte im ersten Quartal um mehr als zwei Drittel auf 160 Millionen Euro ab, wie die Holding der Marken MAN und Scania mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um fast elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Wie der Mutterkonzern Volkswagen, der 89,7 Prozent der Anteile von Traton hält, verbrennt auch der Lkw-Bauer Geld: Der Netto-Cashflow im Nutzfahrzeuggeschäft belief sich auf minus 170 Millionen Euro nach plus 1,6 Milliarden Euro vor Jahresfrist.

Traton hat wie andere Fahrzeughersteller infolge der Pandemie seine Produktion gestoppt und zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Wegen schrumpfender Nutzfahrzeugmärkte hatte Vorstandschef Andreas Renschler ohnehin bereits einen Gewinneinbruch im Gesamtjahr befürchtet.

Kauf von Navistar offen

Mittlerweile traut sich der Manager wie andere Firmenchefs aber keine Aussage mehr über die weitere Geschäftsentwicklung in diesem Jahr zu. "Eine aktualisierte Prognose über den Geschäftsverlauf 2020 ist unter den derzeitigen schnelllebigen Veränderungen nach wie vor nicht möglich", bekräftigte Traton.

Ob die geplante Übernahme des US-Lkw-Bauers Navistar zustande kommt, ist offen. Ein Traton-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Traton hält bereits 16,8 Prozent an dem Kooperationspartner und hatte angekündigt, sich mit der Übernahme im US-Geschäft zu verstärken.

MAN nimmt Produktion wieder auf

Die Traton-Tochter MAN kündigte am Dienstag an, ihre Produktion am 27. April wieder aufzunehmen. Nach rund sechs Wochen Unterbrechung infolge der Coronakrise werde die Fertigung zunächst mit verringerter Kapazität wieder begonnen, teilte der Lkw- und Bus-Hersteller mit. Details zur Geschäftsentwicklung im ersten Quartal will Traton am 4. Mai bekanntgeben.

Die Reaktion der Anleger des im SDax notierten Konzerns hält sich in Grenzen. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Traton nach Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 13 Euro belassen. Das vorläufige Zahlenwerk der Lkw- und Bus-Tochter von VW sei wie von ihm erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Jose Asumendi.

lg