Endkontrolle beim Toyota C-HR im türkischen Werk, Sakarya
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Nach Rekordquartal Toyota: Warum es im zweiten Halbjahr schwieriger wird

Stand: 03.08.2018, 08:19 Uhr

Toyota hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte in Asien sowie Einsparungen überraschend gut verdient. Doch dürfte sich dieser Rekordlauf zunächst nicht wiederholen.

Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni ist das operative Ergebnis von Toyota um 18,9 Prozent auf 682,6 Milliarden Yen (5,27 Milliarden Euro) gestiegen - mehr als von Analysten erwartet. Besonders erfolgreich war das Unternehmen in Asien, wo die Einnahmen um 40 Prozent gesteigert werden konnten. Besonders in China und Thailand erklomm Toyota neue Rekordwerte.

Auf dem Heimatmarkt Japan lief es dank Einsparungen ebenfalls rund. In Nordamerika, dem größten Markt der Japaner, schrumpften die Erträge dagegen um 29 Prozent, weil sich Toyota mit Preisabschlägen gegen einen schrumpfenden Markt stemmte. Insgesamt kletterte der Umsatz von Japans größtem Autohersteller in dem Quartal um 4,5 Prozent auf 7,36 Billionen Yen (56,88 Milliarden Euro).

Drittgrößter Autohersteller der Welt

Der Hersteller des Hybridwagens Prius und der Luxusmarke Lexus erfüllte damit die Erwartungen für das laufende Finanzjahr. Vergangene Woche hatte Toyota mitgeteilt, dass die weltweiten Verkäufe im ersten Halbjahr 2018 um 1,6 Prozent auf einen Rekordwert von 5,2 Millionen Fahrzeugen gestiegen seien.

Die Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe verkaufte im gleichen Zeitraum mit 5,54 Millionen Autos die meisten Fahrzeuge, der Volkswagen-Konzern folgte mit 5,52 Millionen Autos an zweiter Stelle.

Gewinnrückgang erwartet

Für das Gesamtjahr bis Ende März 2019 rechnet Toyota allerdings mit einem Gewinnrückgang um 15 Prozent. Der Konzern erwarte einen Anstieg des Yen gegenüber dem Dollar sowie höhere Entwicklungskosten für elektrisches und autonomes Fahren. Mögliche US-Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos von Toyota sind in diese Prognose nicht eingerechnet. Die Folgen wären allerdings "deutlich".

Die Anhebung der Importzölle bereitet dem weltweit drittgrößten Autobauer große Sorgen. Denn Toyota verkauft mehr Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten als jeder andere japanische Autohersteller und wäre deshalb von solchen Abgaben besonders betroffen. Der Konzern stellt etwa die Hälfte seiner dort verkauften Autos in den USA her, die übrigen Fahrzeuge werden aus Japan, Kanada und Mexiko importiert.

lg