Endkontrolle beim Toyota C-HR im türkischen Werk, Sakarya

China im Visier Toyota hebt Jahresprognose an

Stand: 06.11.2018, 09:26 Uhr

Der japanische VW-Rivale setzt weiterhin auf Profitabilität vor reinem Absatzwachstum. Die Rechnung scheint derzeit aufzugehen. Und das Unternehmen wirft sich nun mit Macht auf den wichtigen Absatzmarkt China.

Das Ergebnis im dritten Quartal stieg binnen Jahresfrist um elf Prozent auf umgerechnet 4,5 Milliarden Euro (580 Milliarden Yen). Damit blieb Toyota aber unter den Prognosen von Analysten. Weil Toyota mit einem schwächeren Yen rechnete als bisher, hob der Autobauer seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um gut vier Prozent an. Der VW-Rivale erwartet nun ein Betriebsergebnis von umgerechnet 18,57 Milliarden Euro (2,4 Billionen Yen). Das ist etwa genauso viel wie im vergangenen Geschäftsjahr, das im März endete.

In den ersten sechs Monaten konnte die Toyota-Gruppe ihren Gewinn um 16 Prozent auf 1,24 Billionen Yen steigern. Dazu trugen nach Konzernangaben nicht nur der unerwartet schwächere Yen, sondern auch Kostensenkungen sowie ein verstärktes Marketing bei.

Absatzprognose steht

Der Umsatz stieg im Berichtshalbjahr (bis Ende September) um 3,4 Prozent auf 14,7 Billionen Yen. Insgesamt verkaufte der Konzern in den sechs Monaten rund 4,4 Millionen Fahrzeuge. Für das Gesamtgeschäftsjahr (bis Ende März) geht Toyota weiterhin von Verkaufszahlen bei 8,9 Millionen Stück aus.

Im Kampf um verkaufte Stückzahlen sind die Japaner derzeit zwar nur die Nummer drei nach VW und General Motors (GM). Das Unternehmen hat aber seit einigen Jahren den Fokus auf seine Profitabilität gelegt und gilt als profitabelster Branchenvertreter. Mit einer Gewinnmarge von zuletzt 9,3 Prozent erreicht das Unternehmen Spitzenwerte, die auch über denen der deutschen Premium-Hersteller BMW und Daimler liegen.

Elektro-Offensive in China

Regional ist das Unternehmen weiterhin stark in den USA, aber auch Europa aufgestellt. So verzeichnete Toyota gute Verkäufe von Geländewagen auf dem nordamerikanischen Markt. Auch die robuste Nachfrage in Europa und China schlug sich in der Bilanz positiv nieder. In China ist die Entwicklung der Japaner in den vergangenen Monaten ein Ausrufezeichen auch für die Konkurrenz. Denn im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern verzeichnet am in dem wichtigen Absatzmarkt nun kräftige Steigerungsraten. Die Verkäufe kletterten im Berichtszeitraum um 20 Prozent, in Asien insgesamt betrug das Absatzplus von Toyota 9,2 Prozent auf 417.000 Fahrzeuge.

Toyota will nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg seine Produktionskapazität in China bis 2030 verdreifachen, gleichzeitig sollen die Importe auf 500.000 Einheiten hoch gefahren werden. Toyota ist in China bislang eher unterrepräsentiert. Nun wollen die Japaner die Produktionskapazität massiv nach oben schrauben. Laut Experten wollen die Japaner mit ihren Elektro- und Hybridfahrzeugen den Wandel zur Elektromobilität in China offenbar zur großen Offensive nutzen.

AB