Bonita-Store in Duisburg

Bonita-Verkauf rückt näher Tom Tailor: Schon wieder runter mit der Prognose

Stand: 13.12.2018, 07:49 Uhr

Die zuletzt mit Verlusten kämpfende Modekette Tom Tailor hat erneut ihre Ergebnisprognose gesenkt. Bereits im September hatte das Management die Ziele nach unten geschraubt. Die Zukunft der Marke Bonita ist offen.

Bonita solle restrukturiert, stabilisiert und für "alle wertschaffenden Optionen" vorbereitet werden, teilte Tom Tailor mit. „Dazu gehört auch ein möglicher Verkauf“, teilte das Unternehmen mit und kündigte zugleich ein schlechteres Konzernergebnis an. Bereits im September hatte das Unternehmen die Gewinnprognose gekappt. Der heiße Sommer habe für einen verzögerten Saisonstart der Herbst- und Winter-Kollektion gesorgt. Auch die Marke Bonita bereitet Sorgen.

Die Tom Tailor Holding SE fokussiere sich mit „umfangreichen Maßnahmen auf verstärktes Wachstum der Kernmarke“, hieß es in einer Börsen-Pflichtmitteilung weiter. Die Fosun Group, mit 28,89 Prozent größter Einzelaktionär, sowie die finanzierenden Banken unterstützten die Pläne.

Was wird aus Bonita?

Die schleppende Sanierung von Bonita belastet das Unternehmen schon länger. Die Werthaltigkeit der Beteiligung sowie der Markenwert seien nun überprüft worden, hieß es. Im Ergebnis erfolge eine Abschreibung zwischen 120 Millionen und 130 Millionen Euro auf den Wert der Marke Bonita.

Abschreibung und höhere Rückstellungen für drohende Verluste aus Bonita-Stores führten dazu, dass das operative Ergebnis (Ebitda) und das Jahresergebnis des Konzerns belastet würden. Zudem verringere die schlechtere Entwicklung von Bonita im vierten Quartal das operative Ergebnis zusätzlich.

Letztes Jahr noch Rekordergebnisse

Im Gesamtjahr werde nun eine Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 6 bis 6,5 Prozent erwartet, hieß es. Im September hatte Tom Tailor die Aussichten bei der Marge bereits von 10 Prozent auf 7,5 bis 8,5 Prozent zusammengestrichen. Nachbörslich sackte die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um 9,5 Prozent ab. Im regulären Handel hatte sie zuvor 8,5 Prozent zugelegt.

Im dritten Quartal war der Konzernumsatz um 10,7 Prozent auf 214,3 Millionen Euro gesunken. Unterm Strich rutschte der Konzern in die roten Zahlen. Auch die Verschuldung stieg spürbar. Die Marke Bonita hatte das Unternehmen 2012 zugekauft, um sich ein Publikum jenseits der 40 zu erschließen.

Das vergangene Jahr 2017 hatte Tom Tailor noch mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Nach Steuern hatte der Konzern 17,1 Millionen Euro verdient, nachdem das Jahr zuvor noch einen Verlust von 73 Millionen Euro gebracht hatte,

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ts/dpa