Tesla Unfall, Symbolbild

Déjà-vu-Erlebnis Tödliches Ende einer Tesla-Fahrt

Stand: 15.05.2018, 13:25 Uhr

Der negative Nachrichtenstrom aus dem Hause Tesla reißt einfach nicht ab. In der Schweiz ist ein 48-jähriger Tesla-Fahrer aus Deutschland tödlich verunglückt. Die Feuerwehr hat auch schon einen Verdacht.

Der Fahrer aus Baden-Württemberg war nach Angaben der Polizei am vergangenen Donnerstag auf der A2 nahe des Monte-Ceneri-Tunnels in nördlicher Richtung unterwegs.

Waren die Akkus schuld?

Er habe aus zunächst ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und sei in die Mittelleitplanke geprallt. Der Wagen habe sich überschlagen und Feuer gefangen. Der Fahrer habe nicht gerettet werden können.

Die Feuerwehr mutmaßt, dass der Brand durch Überhitzung des Lithium-Ionen-Akkus beschleunigt worden sein könnte. Auslöser, so die Feuerwehr, könne eine chemische Reaktion, ein "thermisches Durchgehen", gewesen sein.

Autopilot eingeschaltet?

Eine Frage, die nun vielen Experten, Anlegern und Autofahrern auf den Nägeln brennt: War der Fahrer zum Unfallzeitpunkt mit eingeschaltetem Autopilotprogramm unterwegs?

Das halbautonome Fahrassistenzsystem hält den Wagen bei einer bestimmten Distanz zu anderen Autos auf der Spur. Das Programm ermöglicht aber auch Spurwechsel und automatisches Bremsen. Zuletzt waren Zweifel an der Sicherheit des Autopiloten aufgekommen.

Anleger verunsichert

Erst im März war ein Tesla-Fahrer im US-Bundesstaat Kalifornien bei einem Unfall mit seinem Elektroauto ums Leben gekommen. Der Wagen prallte mit "Autobahn-Geschwindigkeit" gegen eine Leitplanke und kollidierte mit zwei anderen Autos, dann fing er Feuer.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde kündigte daraufhin an zu prüfen, ob der Wagen auf Autopilot geschaltet war. Das sorgte damals für einen veritablen Kursrutsch von acht Prozent bei der Tesla-Aktie.

Tesla nach einem tödlichen Unfall am 23.03.2018 in Moutain View, Kalifornien

So sah der Tesla nach dem tödlichen Unfall in Kalifornien aus . | Bildquelle: picture alliance / -/KTVU/dpa

Nichts als Ärger

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Differenz relativ
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Heute weitet die Tesla-Aktie ihr Minus nach Bekanntwerden des neuen tödlichen Unfalls zunächst nur leicht aus. Der Titel war am Montagabend im späten Handel an der Wall Street bereits aus anderen Gründen unter die Räder gekommen.

Die Umstrukturierungspläne von Elon Musk stießen bei den Anlegern auf nicht viel Gegenliebe. Er wolle eine "gründliche Reorganisation" mit flacheren Hierarchien, schrieb der Firmenchef in einem am Montag bekannt gewordenen Memo an die Mitarbeiter.

Liebling der Shorties

In der Branche werden die jüngsten Produktionszahlen mit Skepsis gesehen. In den USA wird keine Aktie mehr geshortet als Tesla. Mit Leerverkäufern wie Mark Spiegel liefert sich Elon Musk seit Monaten immer wieder spektakuläre Gefechte.

Spiegel sagt seit geraumer Zeit die Pleite von Tesla voraus. Nach der jüngsten peinlichen Analystenkonferenz von Musk legte er nochmals nach: "Tesla ist immer noch eine Null", so sein Fazit.

ag

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Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur und arbeitet an großen Projekten, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

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