Tinder

Aktie auf Rekordhoch "Tinder"-Mutter Match auf Erfolgskurs

Stand: 07.08.2019, 14:46 Uhr

Die Aktie des Tinder-Mutterunternehmens Match steuert auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu. Umsatz und Nutzerzahlen scheinen den Anlegern zu gefallen und sorgen für ein Rekordhoch. Doch es gibt auch Probleme.

Die Herzen der Anleger hat Match Group schon länger gewonnen. Die Aktie kam Ende 2015 zu einem Ausgabepreis von 12,00 Dollar an die US-Technologiebörse Nasdaq. Heute stiegen die Papiere des Betreibers von Online-Partnervermittlungen im vorbörslichen US-Geschäft um knapp 18 Prozent auf 86,95 Dollar. Seit dem Börsengang hat sich der Kurs damit mehr als versechsfacht.

Dank des Erfolgs der Dating-App "Tinder" wuchs die Zahl der Nutzer im abgelaufenen Quartal insgesamt um gut 18 Prozent auf 9,1 Millionen. Der Umsatz stieg ähnlich stark auf 498 Millionen Dollar. Das Ebitda kletterte ebenfalls um 15 Prozent auf 172,9 Millionen Dollar. Unter dem Strich machte Match Group allerdings mit 128 Millionen Dollar rund drei Prozent weniger Gewinn.

Für das angelaufene Quartal peilt Match Erlöse von 535 bis 545 Millionen Dollar an. Das operative Ergebnis werde wohl bei 200 bis 205 Millionen Dollar liegen. Beide Zahlen übertreffen die die bisherigen Markterwartungen.

Dating-Monopol im Internet

Mit 5,2 Millionen entfällt mehr als die Hälfte der Match-Nutzer auf "Tinder". Allein bei der beliebten Dating-App stieg die Zahl im abgelaufenen Quartal um 503.000 und 1,5 Millionen im Jahresvergleich. Die seit 2012 auf iPhones und seit 2013 auch auf Android-Geräten verfügbare App ist Platzhirsch unter den Online-Dating-Diensten.

Tinder App

Tinder App. | Bildquelle: picture alliance / xim.ds

Dabei hat Tinder viel Konkurrenz, auf dem Online-Dating-Markt tummeln sich noch etliche weitere Plattformen und Apps. Was viele aber nicht wissen: Die meisten Dating-Dienste gehören nur einer Firma - der texanischen Match Group. Das Unternehmen baute mehr als 45 Dating-Firmen auf, 25 davon hat sich das Unternehmen per Übernahme einverleibt.

Scheinbar keine schlechte Strategie. Denn: Analysten schätzen, dass der weltweite Markt für Dating-Apps bis 2020 auf zwölf Milliarden Dollar pro Jahr anwachsen wird. Und er ist noch lange nicht gesättigt. So haben laut Studien rund die Hälfte der Singles in Europa und den USA noch nie einen Online-Dating-Dienst genutzt.

Konkurrenzkampf steigt

Allerdings verfügt der Markt für Online-Dating-Dienste gleichzeitig über niedrige Markteintrittsbarrieren: Das hilft Konkurrenten wie Spark Networks, zu der auch das deutsche Dating-Portal eDarling gehört. Spark Networks kündigte etwa im März die Übernahme von "Zoosk" an. Dadurch steigt das Unternehmen zum zweitgrößten Dating-App-Anbieter in Nordamerika auf.

Der Internetgigant Facebook kündigte bereits 2018 an, in das Geschäft einzusteigen. Nutzer des Sozialen Netzwerks könnten in Zukunft ein Dating-Profil erstellen, das Freunde nicht sehen.

Kampf mit Google

Und auch ein weiterer Internetriese ist den Texanern ein Dorn im Auge: Google. Der Milliarden-Konzern verdient an den In-App-Käufen durch seinen Play Store kräftig an Tinder mit - von Provisionen bis zu 30 Prozent ist die Rede. Das will Match Group ändern und laut "Bloomberg" ab sofort alle Zahlungen innerhalb der App selbst abwickeln.

Ein riskanter Schritt. Denn der Ausschluss des Google-Kontos ist ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen der Alphabet-Tochter. Im schlimmsten Fall könnte die App aus dem Play Store fliegen.

Klage droht

Als wäre das nicht schon genug, droht Match Group nun außerdem Krach im eigenen Haus. Rosette Pambakian, ehemalige Marketingmanagerin bei Tinder, verklagt den Mutterkonzern sowie den früheren Geschäftsführer Gregory Blatt. In der vor einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klageschrift belastet Pambakian den Ex-Chef schwer. Der soll sie sexuell belästigt haben.

Blatt habe ihr vor einigen Jahren auf einer Firmenfeier ein anzügliches Angebot gemacht und sie später gegen ihren Willen geküsst und angefasst. Auf ihre Beschwerde hin sei sie anschließend gefeuert worden.

tb

1/6

Drei Aktien zum Verlieben? Online-Dating

Tinder App

Match Group
Die texanische Match Group vereint mehr als 45 Dating-Dienste unter ihrem Dach, hatte konzernweit zuletzt 9,1 Millionen zahlende Nutzer. Davon steuert allein Tinder 5,2 Millionen bei. 2018 stand unter dem Strich ein Gewinn von 478 Millionen Dollar. Das Unternehmen wuchs zuletzt vor allem im Ausland rasant. 2019 will sich Konzernchefin Mandy Ginsberg auf die aufstrebenden Märkte in Indien, Japan und Südkorea fokussieren.