Tinder App

Verdacht der Untreue Tinder droht Milliardenklage

Stand: 15.08.2018, 15:19 Uhr

Die Dating-App hat das Anbahnen unverbindlicher Flirts und erotischer Bekanntschaften revolutioniert. Mit dem Erfolg droht nun der Muttergesellschaft nun ein ernstes Problem.

Der Grund ist aus Sicht der Muttergesellschaft simpel: Einigen Klägern scheine die Tatsache nicht zu gefallen, dass Tinder nach deren Ausscheiden enormen Erfolg gehabt habe, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Vorwurf: Die Tinder-Mutter Match Group und der dahinter stehende Internetkonzern IAC (InterActiveCorp) sollen Mitarbeiter mit frisierten Finanzdaten hinters Licht geführt und um Aktienoptionen in Höhe von Milliarden Dollar geprellt haben. IAC hält gut 80 Prozent der Match-Anteile.

Insgesamt zehn Kläger ziehen nun vor Gericht – mit dabei die drei Mitgründer Sean Rad, Jonathan Badeen und Justin Mateen. Gemeinsam wollen sie mindestens zwei Milliarden Dollar Schadenersatz herausholen.

"Wir freuen uns darauf"

Viel Geld sei ihnen entgangen, behaupten die Kläger. So sei eine Beteiligung an der Wertsteigerung vereinbart worden. Die Finanzdaten seien jedoch manipuliert worden, um den Unternehmenswert von Tinder nach unten zu drücken.

Der IAC-Konzern bestreitet die Vorwürfe. "Wir freuen uns darauf, unsere Position vor Gericht zu verteidigen", heißt es. Die verklagten Unternehmen bezeichneten die Vorwürfe als gegenstandslos und wollen die Klage anfechten. IAC erklärte, Match habe bereits Ausgleichszahlungen von mehr als einer Milliarde Dollar geleistet. An der Börse gerieten die Aktien von IAC und Match spürbar unter Druck.

Die mobile Dating-Plattform Tinder war 2012 an den Start gegangen und gilt heute vor allem unter jungen Leuten als populär. Zielgruppe der nach eigenen Angaben in 190 Ländern verfügbaren App sind 18- bis 35-Jährige.

fh/dpa