Tik Tok

Zittert Zuckerberg? Tiktok: Aus China in die Welt

Stand: 21.11.2019, 11:12 Uhr

Teenager lieben Tiktok – bald auch die Anleger? Medien berichten über einen möglichen Börsengang des Milliardenunternehmens, das hinter Tiktok steckt. Die Videoplattform sei gefährlich für die Demokratie meinen Kritiker, darunter Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Zuckerberg hat über den Social-Media-Konkurrenten und dessen Konzernmutter Bytedance nachgedacht: Der Facebook-Chef sieht eine gefährliche Nähe des chinesischen Unternehmens zur chinesischen Regierung: Während seine Dienste wie WhatsApp von Aktivisten und Demonstranten überall genutzt würden wegen ihrer Verschlüsselung und Datensicherheit, sei auf Tiktok die Erwähnung von Protesten zensiert, sogar in den USA, meinte Zuckerberg mit Blick auf die Lage in Hongkong.

Bislang sei das Internet laut Zuckerberg außerhalb Chinas durch US-Plattformen definiert worden, die stark den Wert der Meinungsfreiheit vertreten würden. Es gäbe keine Garantie, dass diese Werte gewinnen würden. “Is that the internet we want”, fragt Zuckerberg? Diese Frage wurde bezüglich der Geschäfte seines Konzerns ebenfalls schon häufig gestellt.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg: Tiktok, eine Gefahr für die Demokratie. | Bildquelle: picture alliance / Steven Senne/AP/dpa

Chinesische Spionage und Zensur befürchtet  

Aber nicht nur Zuckerberg ist alarmiert. Wie die "New York Times" und die "Washington Post" berichten, prüft die US-Regierung Tiktok auf angebliche Weitergabe von Daten an Behörden in China.

Zum Hintergrund: Es geht unter anderem um die Übernahme des früheren US-Start-ups Musical.ly durch Bytedance im Jahr 2017. Die Chinesen hatten das amerikanische Angebot in Tiktok integriert. Obwohl Tiktok nicht in China erhältlich sei, müsse Bytedance den chinesischen Gesetzen Folge leisten, inklusive der Unterstützung der Geheimdienste, hieß es. Dies könne ein mögliches Einfalltor für chinesische Spionage sein.

In China operiere Bytedance mit dem identischen Angebot Douyin, das wiederum stark zensiert sei, berichtet die "Washington Post".    

500 Millionen aktive Nutzer

Die App Tiktok wurde vom 2012 in China gegründeten Internet-Technologieunternehmen Bytedance entwickelt. Damit ist Tiktok die erste Social-Media-Plattform aus China, die auch in der westlichen Welt großen Erfolg hat. Laut einer Mitte November veröffentlichten Statistik der Analysefirma Sensor Tower wurde die App bisher über 1,5 Milliarden mal aus Apples App Store und bei Google Play heruntergeladen.

Mit der TikTok-App können Benutzer Clips aufnehmen und auf witzige Weise bearbeiten. Vor allem Playback-Aufnahmen zu Musikstücken sind beliebt. Derzeit sollen es weltweit 500 Millionen aktive Nutzer sein. Der große Erfolg Tiktoks hat dazu geführt, dass sowohl Facebook als auch andere Konkurrenten aus dem Silicon Valley die Idee imitieren wollen.

"Kein Funke Wahrheit"

Die Erfolgswelle könnte die Mutter Bytedance jetzt an die Börse spülen. Am Kapitalmarkt gehen bereits Gerüchte um. Einen Bericht der "Financial Times", laut dem Bytedance bereits Anfang nächsten Jahres in Hongkong an die Börse gehen will, dementierte das Unternehmen aber noch Ende Oktober. Ein Sprecher stellte fest: "Das Gerücht, wonach wir im ersten Quartal einen Börsengang planen, enthält keinen Funken Wahrheit."

Tik Tok

Tiktok: 500 Millionen aktive Nutzer. | Bildquelle: picture alliance / Hollandse Hoogte

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Bytedance wolle zunächst international wachsen. Ein Börsengang in Hongkong oder den USA sei eine langfristige Erwägung. Die Analyseplattform CB Insights bewertet Bytedance mit 75 Milliarden US-Dollar (67,7 Milliarden Euro).

Damit ist das Unternehmen das derzeit teuerste Startup der Welt. Als Investoren mit an Bord sind unter anderem der Risikokapitalgeber Sequoia Capital und der japanische Technologieinvestor Softbank.

ts